Prof Dr Björn Scheuermann Preisträger Wissenschaften – Kultur Düsseldorf – Förderpreise für kreativen Nachwuchs

Förderpreis für Wissenschaften
Prof. Dr. rer. nat. Björn Scheuermann hat während seiner Tätigkeit an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf richtungsweisende Beiträge auf dem Gebiet der Computernetzwerke geleistet. Seine zentrale Idee ist es, für verschiedene Aspekte der Kommunikation Verfahren einzusetzen, die in seltenen Fällen Fehler machen dürfen. Diese probabilistisch-approximativen Verfahren sind um ein vielfaches effizienter als bekannte Ansätze, welche immer korrekte Ergebnisse liefern müssen. Sie erlauben in Kombination mit geeigneten Fehlerkorrekturmechanismen eine neue, ungemein vielversprechende Sichtweise auf viele sehr grundsätzliche Fragestellungen im Gebiet der Computernetzwerke. Scheuermann hat diese Idee theoretisch untersucht und auf eine ganze Reihe praktischer Fragestellungen erfolgreich angewendet, unter anderem auf die Datenverkehrsmessung in Hochgeschwindigkeitsnetzen und auf den effizienten Austausch von Informationen zwischen Fahrzeugen zur Vermeidung von Staus und Unfällen.
Björn Scheuermann ist in jeder Hinsicht ein Ausnahmewissenschaftler. Er wurde nach weniger als drei Jahren mit herausragendem Ergebnis an der Heinrich-Heine-Universität promoviert. In Anerkennung seiner Leistungen erhielt er den Promotionspreis der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Ab August 2008 leitete er als Juniorprofessor eine eigene Forschergruppe am Institut für Informatik der Heinrich-Heine-Universität. Im April 2011 wechselte er zunächst auf eine Professur für Telematik in Würzburg, bevor er im September eine Professur für Informatik in Bonn annahm. Scheuermann ist 31 Jahre alt.

Landeshauptstadt zeichnete vielversprechende Künstler und Wissenschaftler aus/ Ausstellung im Kunstraum
Auch in diesem Jahr wurden wieder junge Kreative mit Förderpreisen der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet. Die Förderpreise für bildende Kunst gingen an den Maler Tobias Hantmann und den Fotograf Juergen Staack, die Förderpreise für Musik an den Jazzpianist Sebastian Gahler und die Band Stabil Elite. Weitere Förderpreise erhielten der Kritiker Philipp Holstein (für Literatur), der Choreograph Ben J. Riepe (für darstellende Kunst) sowie der Informatiker Prof. Dr. rer. nat. Björn Scheuermann (für Wissenschaften).

Die Förderpreise sind jeweils mit 4.000 Euro dotiert und wurden am 6. Dezember im Kunstraum Düsseldorf an den künstlerischen und wissenschaftlichen Nachwuchs überreicht. Oberbürgermeister Dirk Elbers: “Schon seit 1972 ehrt die Landeshauptstadt mit ihren Förderpreisen hoffnungsvolle Düsseldorfer Nachwuchskünstler für außergewöhnliche künstlerische Leistungen. Auch in diesem Jahr verdeutlicht die Auswahl der Arbeiten, wie facettenreich und kreativ junge Künstler in Düsseldorf wirken.”

Förderpreise für bildende Kunst

Tobias Hantmann studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und ist Meisterschüler von Jan Dibbets. In seinen aktuellen Arbeiten untersucht der Künstler Möglichkeiten der Malerei. Dabei interessiert ihn vor allem die Verbindung von ungewohnten Bildoberflächen und die von ihm gezielt eingesetzten, meist farbigen Interventionen. Eine monochrome Papierarbeit wird als solche wahrgenommen, solange der Betrachter das Schmirgelpapier als Bildträger nicht identifiziert oder das plastisch anmutende, abstrakte Bild seine Teppichstruktur verschleiert. Dieser sinnliche und konstruktive Streit zwischen den haptischen und visuellen Qualitäten der künstlerischen Arbeit erfüllt sich im Betrachter. Er verbindet eigene, andersartige Erfahrungen mit den Materialien des Bildträgers und wird nun aufgefordert, diese mit dem sinnlichen Erleben von Malerei zu konfrontieren.

Juergen Staack studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und machte seinen Meisterschüler bei Christopher Williams. Staacks fotografische Arbeiten hinterfragen das Medium Fotografie. Seine Fotoarbeiten und Installationen durchlaufen verschiedene Stadien der Bearbeitung, sie werden häufig ergänzt, beziehungsweise durch andere Medien erweitert, in den Raum integriert oder fast gänzlich aufgelöst. Das fotografische Bild ist Ausgangspunkt und Initiator für vielseitige Erwiderungen des Gegenübers. Diese können zufällig erfolgen oder gezielt von Juergen Staack provoziert werden, sie können durch ihn gesetzt oder durch fremde Personen weiter “gesponnen” werden. Welche Art von Bild entwickelt sich auf diese Weise? Oder was bleibt als Bild zurück und in welcher Form? Vielschichtige und neugierige Fragen an das fotografische Bild sind die Motivation und der Antrieb für seine komplexen künstlerischen Untersuchungen.

Förderpreise für Musik

Angestoßen durch einen Highschool-Aufenthalt in den USA, studierte Sebastian Gahler von 1999 bis 2007 Jazzpiano in den Niederlanden und an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln; die hier erworbenen Eindrücke erweiterte er durch zahlreiche Kurse bei namhaften Musikern. Auf dieser Basis findet er in seinen Kompositionen und Improvisationen zu einer musikalischen Sprache, die sich durch künstlerisch höchstes Niveau ebenso auszeichnet wie durch Originalität. Hinter einer scheinbar seit vielen Jahren bekannten Klangsprache verbirgt sich ein Erfindungsreichtum, der in Melodik und Harmonik auf der Basis tradierter Stilistiken zu einer ganz eigenen und damit “neuen” Form des Ausdrucks findet. So ist das Musizieren Sebastian Gahlers ein Fest für Ohr und Sinne gleichzeitig.

Der junge Musiker lebt und arbeitet in der und für die Stadt Düsseldorf. Mit einer Vielzahl von Konzerten und Konzertreihen bereichert er das musikalische Leben der Stadt, aber über sein eigenes Wirken als Musiker hinaus arbeitet er in Beispiel gebender Weise für den musikalischen Nachwuchs. So lädt er regelmäßig junge Musiker der Jazz-Szene NRW ein, und seit Februar dieses Jahres leitet er am St.-Ursula-Gymnasium Düsseldorf eine Jazz-AG, in deren Rahmen er seine Fähigkeiten an Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren weitergibt.

Stabil Elite lenkt das internationale Interesse auf die Musikstadt Düsseldorf. Das Trio bewegt sich in der Tradition von Gruppen wie den frühen Kraftwerk, Neu! und La Düsseldorf und modernisiert diesen Sound, passt ihn an unsere Zeit an. Mit wenigen Veröffentlichungen hat Stabil Elite Aufsehen erregt, eine Komposition erschien gar auf dem amerikanischen Plattenlabel Mathematics – ein Ritterschlag in der Szene für elektronische Musik. Stabil Elite ist sich der Wurzeln ihres Sounds bewusst, geht sorgsam und klug damit um. Die Band ahmt indes nie nach, sondern findet einen eigenen Zugang zur Synthesizer-basierten Musik. Obwohl letztlich mit Maschinen produzierte, sind das zutiefst humane Klänge, warm und nicht kalt, mitreißend und neu.

Stabil Elite gibt musikalisch zu großen Hoffnungen Anlass. Die vorliegenden Veröffentlichungen tragen eine eigene Handschrift, sie beweisen, dass sich die Musiker entwickeln. Die Gruppe trägt dazu bei, dass sich Menschen von außerhalb wieder für die hiesige Musikszene interessieren. Wie klingt Düsseldorf? Wie Stabil Elite.

Förderpreis für Literatur

Philipp Holstein versteht es in besonderer Weise, sich bei seiner journalistischen Arbeit als Kritiker in die unterschiedlichsten Themen mit einem genauen Gespür für den spezifischen Sprachduktus von sozialen Milieus und künstlerischen Genres einzuarbeiten. Er setzt seine Analysen in teils brillante Formulierungen mit einer frischen Wortwahl und in geistig anregende Texte von hoher sprachlicher Qualität um. Bemerkenswert ist auch sein häufig ungewöhnlicher, individueller Zugang zu Themen, der statt Fakten aufzählender Beschreibung die Impression betont.

Förderpreis für darstellende Kunst

Ben J. Riepe zählt zu den profiliertesten Künstlerpersönlichkeiten der nachwachsenden Choreografen-Generation in Nordrhein-Westfalen. In Düsseldorf angesiedelt, hat er binnen weniger Jahre erreicht, sich ein überregionales Renommee zu verschaffen. So wurde er zur Tanzplattform Deutschland 2010 nach Nürnberg eingeladen, der wichtigsten Messe für zeitgenössischen Tanz in Deutschland, und präsentierte seine Arbeit vor einem internationalen Fachpublikum. Mit einer klaren Vision baut er seit dem Jahr 2010 seine eigene Produktionsstätte und ein künstlerisches Team auf, mit dem er sich fest in Düsseldorf etabliert hat. Riepe versteht sich als Ensemblechoreograf, dem es gelingt, hochkarätige Tänzerinnen und Tänzer, die oft – wie er selbst – aus der Folkwang-Schmiede kommen, an sich zu binden und mit denen er über die Jahre eine künstlerisch eigenständige und sich ständig ausdifferenzierende Handschrift entwickelt. Ben J. Riepe arbeitet mit tanztheatralen Mitteln und verbindet sie mit einer hochgradig virtuosen Bewegungssprache. Mit ungeheurer Produktivität hat er in den letzten Jahren bereits ein beeindruckendes Oeuvre an Bühnenwerken geschaffen, mit dem er international präsent ist, unter anderem in Peking und in Kuala Lumpur.

(7. Dezember 2011)

Björn Scheuermann erhält Förderpreis für kreativen Nachwuchs

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Preisträger Wissenschaften – Computernetze und Kunst