Kunstsammlung NRW Stephane Hessel Herta Müller Poesietage Düsseldorf Kultur Heine-Hause 2

In der Kunstsammlung NRW las Herta Müller aus ihrem neuen Buch ´ Vater telefoniert mit den Fliegen ´. Stephane Hessel bestimmte das Motto der Poesietage Düsseldorf Kultur: ´ Oh wie lang ist das Leben und wie stark ist die Hoffnung ´. Anschließend stellte sich Herta Müller in einem Kurzgespräch zu dem Poesietagen Motto.
In dem mit Karin Schedler ( Kulturjournalist, ehem. WDR/SWF ) geführten Ad-Hoc Gespräch beweist Herta Müller mal wieder ihr Einfühlungsvermögen als auch die gedankliche Klarheit, die den Literaturnobelpreis umfassend rechtfertigt.
Nach dem Erfolg des Poesiefestes im vergangenen Jahr widmete sich das Heine Haus in Düsseldorf auch in diesem Herbst zwei Tage lang – am 26. und 27. Oktober – ausschließlich der Poesie. Am ersten Tag des Poesiefestes las die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller in der Kunstsammlung NRW aus ihrem neuen Buch “Vater telefoniertmit den Fliegen” und zeigte Collagen. Die Collagen wurden an die Wand projiziert und von Herta Müller gelesen. Das Grußwort sprach Oberbürgermeister Dirk Elbers.
https://www.duesseldorf.de/top/thema010/aktuell/news/poesiefest_herta_mueller/index.shtml

weiteres:
http://nachrichten.rp-online.de/regional/fest-der-poesie-mit-herta-mueller-1.3048925

Herta Müller mit Dirk Elbers und Stephane Hessel im K20 NRW

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Stephane Hessel Herta Müller Poesietage Düsseldorf Kultur Kunstsammlung NRW Heine-Hause 1

Stephane Hessel bestimmte das Motto der Poesietage Düsseldorf Kultur. Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin, las in der Kunstsammlung NRW aus ihrem neuen Buch ” Vater telefoniert mit den Fliegen “.
Anschließend stellte sich Herta Müller in einem Kurzgespräch zu dem Poesietagen Motto ” Oh wie lang ist das Leben und wie stark ist die Hoffnung ” ().

In dem mit Karin Schedler (Kulturjournalist, ehem. WDR/SWF ) geführten Ad-Hoc Gespräch beweist Herta Müller mal wieder ihr Einfühlungsvermögen als auch die gedankliche Klarheit, die den Literaturnobelpreis umfassend rechtfertigt. Ebenfalls erstaunlich, wie [ sich ] Herta Müller [ in ] das Heine Haus ver[w]irrt hat.

Zu den Poesietagen und insbesondere zu Motto-Geber Stéphane Hessel schreibet die RP (Zitat, Lothar Schröder, incl. Interview Hessel)

In der Poesie trifft Geist auf Herz

In seinem Buch “O ma mémoire Gedichte, die mir unentbehrlich sind” (Grupello, 351 Seiten) hat Stéphane Hessel einmal den Versuch unternommen, sein langes und ereignisreiches Leben in 88 Gedichten zu spiegeln. Lyrik ist für den 94-jährigen Franzosen dessen Lebensschicksal bewegend ist immer wichtig gewesen: Stéphane Hessel, Sohn des Berliner Schriftstellers Franz Hessel, überlebte als Résistance-Kämpfer das Konzentrationslager von Buchenwald, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er beauftragt, an der Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen mitzuarbeiten, ehe er in die diplomatischen Dienste seines Landes eintrat. Für die Düsseldorfer Tage der Poesie im Heine Haus am 26. und 27. Oktober wählte er das Motto aus.
Nach Friederike Mayröcker im vergangenen Jahr haben Sie diesmal das Motto der Düsseldorfer Poesietage ausgewählt.
Hessel Es sind ja nur zwei kurze Verse des Dichters Apollinaire, die ich sehr schön finde. Auf Deutsch heißen sie: ,Oh, wie lang ist das Leben und wie stark ist die Hoffnung.” Diesen Vorschlag habe ich gerne gemacht.
Können Sie sich noch daran erinnern, wann Ihnen diese Verse zum ersten Mal begegnet sind?
Hessel Das ist schwierig zu sagen. Apollinaire ist für mich der wichtigste moderne Dichter in französischer Sprache und Sensibilität. In seinem kurzen Leben hat er ein enormes Werk hinterlassen neben Lyrik auch Dramen und Essays.
Warum ausgerechnet diese Verse, die vor Aufbruch und Jugend geradezu strotzen.
Hessel Sie sind für mich sehr wichtig gerade das Wort Hoffnung. Wir müssen heute starke Hoffnungen haben, sonst werden wir die großen Probleme unserer Zeit nicht richtig anpacken können. Besonders der jungen Generation kann man mit diesen Versen sagen: Das Leben ist langsam, man kann nicht alles gleich erobern. Aber unsere Hoffnung bleibt stark, sie ist machtvoll und gibt uns die Möglichkeit, sich mit den Problemen auseinanderzusetzen.
Ist der unbedingte Glaube an die Hoffnung auch ein Charakterzug von Ihnen?
Hessel Bestimmt.
Hat Ihnen in einer Zeit der unmittelbaren Lebensbedrohung auch Lyrik Trost spenden können?
Hessel Mir scheint, dass es so war. Allerdings formuliere ich das heute wie eine Art Andenken. Man kann sich viele Jahre später auch irren. Aber dass ich mit Lyrik schon während meiner Kindheit eine besondere Beziehung aufbauen konnte, stimmt.
Stimmt es Sie traurig, dass Lyrik ein wenig aus der Mode gekommen ist?
Hessel Auf jeden Fall, vor allem aber, dass Lyrik nicht mehr auswendig gelernt und kaum noch vorgetragen wird.
Sie selbst nennen sich einen leidenschaftlichen Rezitator. Beginnt Lyrik erst zu leben, wenn sie vorgetragen wird?
Hessel Wenn man ein Gedicht aufsagen kann und mag es noch so dumm erscheinen, dann sind die, die es hören, davon auf jeden Fall berührt. Manche schämen sich ja, ein Gedicht aufzusagen, weil es wie eine Zumutung klingt.
Warum lohnt es sich heute noch, Poesietage wie jetzt im Heine Haus zu veranstalten und Gedichte zu lesen?
Hessel Das Wichtige bei Lyrik und dann besonders beim Vortrag ist, dass nicht nur der Sinn, sondern auch der Ton immer da ist und dass man es darum nicht nur versteht, sondern eben auch hört, wie eine schöne Musik. Der Geist und das Herz kommen in der Lyrik zusammen; und wenn ein Gedicht so sensibel ist, dass der, der es hört, ergriffen wird, dann ist es etwas, was nicht zu ersetzen ist.
Quelle: RP
http://nachrichten.rp-online.de/regional/in-der-poesie-trifft-geist-auf-herz-1.3039215

Herta Müller Heine mit Haus Stephane Hessel – Poesietage Df

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Herta Müller Literaturnobelpreisträgerin in Kunstsammlung NRW Heine-Hause Literatur Düsseldorf Kultur 0

Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin, las in der Kunstsammlung NRW aus ihrem neuen Buch ” Vater telefoniert mit den Fliegen “.
Anschließend stellte sich Herta Müller in einem Kurzgespräch zu dem Poesietagen Motto ” Oh wie lang ist das Leben und wie stark ist die Hoffnung ” ( gewählt von Stephane Hessel ).
In dem mit Karin Schedler (Kulturjournalist, ehem. WDR/SWF ) geführten Ad-Hoc Gespräch beweist Herta Müller mal wieder ihr Einfühlungsvermögen als auch die gedankliche Klarheit, die den Literaturnobelpreis umfassend rechtfertigt. Ebenfalls erstaunlich, wie [ sich ] Herta Müller [ in ] das Heine Haus ver[w]irrt hat.

Nach dem Erfolg des Poesiefestes im vergangenen Jahr widmete sich das Heine Haus in Düsseldorf auch in diesem Herbst zwei Tage lang – am 26. und 27. Oktober – ausschließlich der Poesie. Am ersten Tag des Poesiefestes las die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller in der Kunstsammlung NRW aus ihrem neuen Buch “Vater telefoniertmit den Fliegen” und zeigte Collagen. Die Collagen wurden an die Wand projiziert und von Herta Müller gelesen. Das Grußwort sprach Oberbürgermeister Dirk Elbers.

https://www.duesseldorf.de/top/thema010/aktuell/news/poesiefest_herta_mueller/index.shtml

Hierzu schreibt die RP (Zitat Lothar Schröder, 29.10.2012 – 02:30):
Fest der Poesie mit Herta Müller

Zum zweiten Mal feierte das Heine Haus ein Poesiefest. Im Mittelpunkt: der Auftritt von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, die in der Kunstsammlung unterhaltsam ihre Collagen-Lyrik vorstellte.
Das Wort Pepita hat es in sich. Denn immer, wenn Herta Müller es in einer Zeitung oder einem Magazin entdeckt, muss sie ausschneiden. Doch dann passt es nirgendwohin, in keins ihrer Gedichte, die so wunderbare Collagen aus herbeigesuchten Worten sind echte Schnipsellyrik.
Die hat Herta Müller zum Auftakt des zweiten, vom Heine Haus veranstalteten Poesiefests jetzt in der Kunstsammlung NRW vorgestellt, und es wurde ein Abend, wie man ihn sich bei Lyrik vergnügter kaum vorstellen kann: Die 59-jährige Literaturnobelpreisträgerin ist gut gelaunt, liest ihre Collagen von der großen Leinwand ab eine Lesung somit ganz ohne Buch; und im Gespräch mit Buchhändler Rudolf Müller ist sie derart aufgeräumt, dass für viele amüsante Erzählungen wenige Stichworte vom Moderator ausreichen.
Herta Müller schnipselt eifrig schon seit den 80er Jahren, bewahrt all die zusammengeklaubten Wörter daheim in Schubladen auf, mal alphabetisch sortiert, mal nach Präpositionen geordnet, ein weiteres Mal ganz ohne System. Eine große Wörterwerkstatt ist das, in der Herta Müller arbeitet und sich dabei strengen Strukturen unterwirft: Auf eine Ansichtkarte muss es passen, muss auch grafisch stimmen und letztlich dem Blocksatz folgen. Da werden also lange und kurze Wörter hin- und hergeschoben, und dass am Ende mitunter heitere, inspirierende und bedenkenswerte Verse entstehen, ist das Unglaublichste überhaupt. Daran hat Herta Müller ihre Freude, wenn sie etwa aus der Lufthansa-Werbung das Wort “Fliegen” ausschneidet und sich dann in ihrem Gedicht in ein Insekt verwandelt. “Ich habe den Eindruck, mir wird mit den Wörtern etwas geschenkt; und ich muss nur etwas mit ihnen machen”, sagt sie. Und: “Der Reim domestiziert, aber er ist auch wild. Er hat seine Verstecke, spielt mit mir.”
Freundlich empört ist sie an diesem Abend nur über die Begrüßungsworte von Oberbürgermeister Dirk Elbers, der ihre Gedichtform auch mit Erpresserbriefen assoziiert (was mit ihm wahrscheinlich 99 Prozent der Zuhörer dachten) zumal vor dem Leidenshintergrund der viele Jahre in Rumänien verfolgten Autorin. Aber welcher Erpresser macht sich so viel Mühe, fragt sie ins Auditorium hinein. Und wer gebraucht so viele schöne Farben? Da hat sie vermutlich recht. Aber wirklich böse war sie nicht, zumal der erste Bürger der Stadt ihr zu Beginn galant auf die Bühne geholfen hatte.
Tags drauf dann die Poesiefortsetzung als Heimspiel im Heine Haus mit dem arrivierten Lyriker und Übersetzer Raoul Schrott und der Entdeckung Olga Martynova, die jüngst den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb gewann. Ruhiger war es, konzentrierter. Selbst Gedichte über den Fußball wurden da zu einer ernsten Angelegenheit: Schrott bedichtete ein Leben im Mittelfeld, einen Sieg bloß über die Ersatzbank. Derweil zogen draußen vor dem Schaufenster der Literaturhandlung frustrierte Fortuna-Fans durch die Altstadt.
Die Siege der Poesie sind andere. Einen trug beim Festival Herta Müller davon. Denn in ihrem letzten vorgetragenen Gedicht triumphierte sie mit dem Beleg, dass es das Wort “Pepita” doch noch in einen ihrer Verse geschafft hatte.
Quelle: RP
http://nachrichten.rp-online.de/regional/fest-der-poesie-mit-herta-mueller-1.3048925

Herta Müller in der Kunstsammlung K20 NRW in Düsseldorf

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