Pinault Collection Museum Folkwang Philippe Etienne Jean-Jacques Aillagnon Tobia Bezzola

Eine Auswahl der Werke der Pinault Collection wird im Museum Folkwang vorgestellt – zur Eröffnung anwesend: Philippe Etienne, Jean-Jacques Aillagnon, Tobia Bezzola, Thomas Jufen, Martin Bethenod, Florian Ebner, Francois Pinault.

Dancing with Myself
Selbstporträt und Selbst-erfindung. Werke aus der Sammlung Pinault
7. Oktober 2016 – 15. Januar 2017

Künstler:
Adel Abdessemed, Alighiero Boetti, Claude Cahun, Maurizio Cattelan, John Coplans, Urs Fischer, LaToya Ruby Frazier, Lee Friedlander, Gilbert & George, Robert Gober, Nan Goldin, Félix González-Torres, Rodney Graham, David Hammons, Roni Horn, Kimsooja, Martin Kippenberger, Kurt Kranz, Urs Lüthi, Steve McQueen, Boris Mikhaïlov, Bruce Nauman, Paulo Nazareth, Helmut Newton, Roman Opalka, William Pope.L, Arnulf Rainer, Charles Ray, Lili Reynaud-Dewar, Ulrike Rosenbach, Allan Sekula, Cindy Sherman, Jo Spence, Hito Steyerl, Rudolf Stingel, Alina Szapocznikow

Die große Ausstellungshalle des Museum Folkwang steht vom
7. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017 ganz im Zeichen der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Selbst. Was die Arbeiten verbindet, ist die vielfältige Präsenz des Künstlers und der Künstlerin im eigenen Werk. Zum ersten Mal ist damit die herausragende Sammlung von François Pinault in diesem Umfang in Deutschland zu sehen. Dancing with Myself ist ein spielerischer, poetischer, politischer, und wilder Tanz durch die Gegenwartskunst seit Ende der 1960er Jahre bis in unsere Zeit.

In Dancing with Myself haben die Künstler und Künstlerinnen ihren großen Auftritt. Sie sind die Akteure und das Ausgangsmaterial für ihre eigenen Arbeiten – ihre Körper, ihre Biografien, ihre sozialen oder sexuellen Identitäten, ihr Humor, ihre Melancholien. Jenseits des klassischen Selbstporträts spielt die Ausstellung auf der Tastatur der künstlerischen Temperamente und Haltungen.

Dancing with Myself ist zugleich ein großartiges mediales Cross-Over. Die großen Formate der Malerei treffen auf raumgreifende Videoinstallationen, Fotografie gewordene Körper treffen auf skulpturale Fragmente. Der Fotoapparat, die Video- oder Filmkamera, die Leinwand, der Raum, die konzeptuelle Geste – in sie schreiben sich die Künstler und Künstlerinnen ein. Der Körper wird zu einem kindlich-dadaistischen Werkzeug, das Performative zur hauptsächlichen Darstellungsform. Die Bilder werden zu produktiven (Zerr-)Spiegeln von Körper und Identitäten im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert.

Dancing with Myself ist aber auch ein wilder Ritt durch die Kunstgeschichte der letzten 50 Jahre. Was besaß noch Wahrheit und Gültigkeit in den 1970er Jahren – außer der Erfahrung des eigenen Körpers? Die damalige postmoderne Ironie und Infragestellung von Selbstbildern und Rollenklischees trifft nun auf eine Haltung von jungen Künstlerinnen und Künstlern, die wieder einen festen sozialen und politischen Standort haben, die ihre eigene Biografie und ihren Körper benutzen, um Stellung zu beziehen in den Verwerfungen einer globalisierten und ungleichen Welt.

Dancing with Myself ist eine Ausstellung des Museum Folkwang und der Pinault Collection. Gefördert vom Programm Jeunes Commissaires des Bureau des arts plastiques et de l’architecture des Institut français.
https://www.museum-folkwang.de/de/akt…

Dancing with Myself”
Kulturthema am 6.10.2016 von Dorothea Breit

Das Museum Folkwang in Essen widmet sich in einer facettenreichen Schau der Selbstdarstellung des Künstlers im eigenen Werk.
Ein spielerischer, poetischer und politischer Tanz durch die Kunst vom Ende der 1960er Jahre bis in die Gegenwart, so heißt es in der Ankündigung. Ab morgen, dem 7. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017 zu sehen.

Florian Ebner ist einer der zwei Kuratoren am Museum Folkwang in Essen, die gemeinsam mit Martin Bethinoit, dem Direktor der Pinault Collection die Ausstellung “Dancing with Myself” entworfen haben.

“Das Thema entstand wirklich eigentlich in dem Blick darauf, was gibt es alles in dieser Sammlung zu entdecken, auch an Crossover der verschiedenen Medien, es gibt Video, es gibt Malerei, Fotografie und in diesem Prozess hat Martin Bethinoit darauf verwiesen auf die Bedeutung, in der viele Arbeiten die Präsenz und Nichtpräsenz des Künstlers – Präsenz in dem Sinne, dass er immer als Akteur auftritt, Nichtpräsenz in dem Sinne, dass sehr spielerisch mit diesem Selbst in der Kunst der Gegenwart umgegangen ist.” Florian Ebner

Pinault Collection | Dancing with Myself | Tobia Bezzola

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Félix González-Torres | Florian Ebner | Folkwang

Life Art Heiner Goebbels im Museum Folkwang Doerthe Ramin Anna Littmann Ruhrtriennale 12 rooms live art group show Klaus Biesenbach Hans Ulrich Obrist 2

Intendant Heiner Goebbels (life art), die Kommunikationschefin Doerthe Ramin und die Presse-Dame Anna Littmann u.a. organisieren im Museum Folkwang die live art group show – 12 rooms – als Kooperationsprojekt mit den beiden Spitzen-Kuratoren Klaus Biesenbach und Hans Ulrich Obrist.
(Ruhrtriennale, Manchester International Festival, Manchester Art Gallery, Museum Folkwang, Essen)

Künstler: Marina Abramovic (RS), Jennifer Allora (US) and Guillermo Calzadilla (CUB), John Baldessari (US), Simon Fujiwara (J), Damien Hirst (GB), Joan Jonas (US), Xavier LeRoy (FR), Laura Lima (BR), Roman Ondák (SL), Lucy Raven (US), Tino Sehgal (GB), Santiago Sierra (ES), Xu Zhen (CN)

Kuratoren: Klaus Biesenbach und Hans Ulrich Obrist

Goebbels studierte Soziologie und Musik in Freiburg im Breisgau und Frankfurt am Main, war Mitbegründer des „Sogenannten Linksradikalen Blasorchesters“ und spielte als Musiker im „Duo Goebbels/Harth“ (1975–1988) und der experimentellen Rockgruppe „Cassiber“; er veröffentlichte ca. 20 CDs.
Nach zahlreichen Kompositionen für Theater und Film begann er Mitte der 1980er Jahre „Hörstücke“, meist nach Texten von Heiner Müller, zu komponieren. Seit Ende der 1980er Jahre folgten Kompositionen für Ensemble und „szenische Konzerte“ (z. B. Der Mann im Fahrstuhl, Die Befreiung des Prometheus). Seit Anfang der 1990er Jahre begann er mit Orchesterkompositionen (Junge Deutsche Philharmonie, Berliner Philharmoniker, composer-in-residence beim Lucerne Festival, composer-in-residence bei den Bochumer Symphonikern u. a.).
Seit Mitte der 1990er Jahre liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit auf eigenen Musiktheater-Stücken (z.B. mit dem Ensemble Modern), die er selbst inszeniert und die weltweit zu vielen Theater- und Musik-Festivals eingeladen werden. In ihnen stehen Text, Bild, Musik, Licht, Bewegung und Szene in einem schwebenden, gleichwertigen Verhältnis.
Unter seinen Arbeiten finden sich auch Soundinstallationen (z. B. für das Centre Pompidou, Paris) und zahlreiche Kollaborationen mit Videokünstlern und Choreographen.
Goebbels ist seit 1999 Professor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, das er seit 2003 leitet, und Professor an der European Graduate School in Saas-Fee. Goebbels ist Mitglied der Akademie der Künste, Berlin und der Akademie der darstellenden Künste. Seit Herbst 2006 ist Goebbels Präsident der Hessischen Theaterakademie als Verbund von vier Hochschulen und neun Theatern der Region Rhein-Main.

Goebbels wurde 2010 zum Intendanten und künstlerischen Leiter der Ruhrtriennale 2012-2014 berufen.

Er lebt in Frankfurt am Main.

Zitat: http://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_Goebbels

Heiner Goebbels im Museum Folkwang mit Hans Ulrich Obrist

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Museum Folkwang Ruhrtriennale 12 rooms Heiner Goebbels Doerthe Ramin Anna Littmann live art group show Klaus Biesenbach Hans Ulrich Obrist 1

Intendant Heiner Goebbels, die Kommunikationschefin Doerthe Ramin und die Presse-Dame Anna Littmann u.a. organisieren im Museum Folkwang die live art group show – 12 rooms – als Kooperationsprojekt mit den beiden Spitzen-Kuratoren Klaus Biesenbach und Hans-Ulrich Obrist.
(Ruhrtriennale, Manchester International Festival, Manchester Art Gallery, Museum Folkwang, Essen)

Zehn Tage lang präsentieren 12 internationale Künstlerinnen und Künstler – wie Tino Sehgal, Marina Abramovic oder Damien Hirst – im Museum Folkwang den Museumsraum als Bühne (12 rooms).
Dieses von der Ruhrtriennale koproduzierte “Twelve Rooms”-Projekt wurde von den beiden Kuratoren Klaus Biesenbach (MoMa PS1, New York) und Hans Ulrich Obrist (Serpentine Gallery, London) konzipiert.

Kurz vor dem Fall – Wer nicht weiß, wie “Life Art” geht, sollte mal nach Essen kommen:
von Antje Stahl

Ob lebendig oder tot, menschliche Körper im Museum scheinen nach über 50 Jahren Performancekunst nach wie vor Aufsehen zu erregen, wenn nicht sogar Widerstand hervorzurufen. Vor einem Jahr versuchte John Baldessari, in der Manchester City Art Gallery eine Leiche auszustellen. Die Briten konnten sein Werk jedoch nicht mit ihren ethischen Vorstellungen vereinbaren und verboten es. Es war nicht die erste Ablehnung, auf die Baldessari mit dieser Idee stieß. In der von Klaus Biesenbach und Hans-Ulrich Obrist kuratierten Ausstellung 12 Rooms im Rahmen der Ruhr-Triennale dokumentiert der amerikanische Künstler nun das fortgesetzte Scheitern seines Projekts.

Auch in Essen, in der zweiten, erweiterten Runde der Ausstellung, die 2011 auf dem Manchester International Festival zu sehen war, wird die eigentliche Totenschau fehlen. Stattdessen werden andere Körper die Betrachter herausfordern. Zwölf Künstler inszenieren in zwölf Räumen zwölf Situationen mit zahlreichen Darstellern.
Xu Zhen “In Just a Blink of an Eye”, 2005 (Foto: © courtesy of Xu Zhen)Allora and Calzadilla “Revolving Door”, aufgeführt 2011 auf dem Manchester International Festival (Foto; © Alan Seabright / Manchester Art Gallery 2011)Allora and Calzadilla “Revolving Door”, aufgeführt 2011 auf dem Manchester International Festival (Foto; © Alan Seabright / Manchester Art Gallery 2011)Besucher der Ausstellung “11 Rooms” beim Manchester International Festival (Foto: © Alan Seabright / Manchester Art Gallery 2011)Santiago Sierra “Veterans of the wars of Northern Ireland, Afghanistan and Iraq facing the corner”, 2011, Manchester International Festival 2011 (Foto: © Alan Seabright / Manchester Art Gallery 2011)Eine PErformance von Santiago Sierra (Foto: © Alan Seabright)

Bereits 2010 wagte Marina Abramovic den Schritt von der Performance zum Performer­parcours. Sie reinszenierte ihre eigenen Provokationen aus den 60er- und 70er-Jahren mit anderen Künstlern für ihre Einzelausstellung im New Yorker Museum of Modern Art und löste damit eine Debatte über die Verschiebung von der Performancekunst zum Schauspiel aus.

Eine Gruppenausstellung, noch dazu mit dem Untertitel Live Art, gab es aber bisher kaum, und es wird sich die Frage stellen, welchen ästhetischen und theoretischen Mehrwert die Zusammenstellung der Künstler und die neue Terminologie haben können.

Immerhin werden hier zusammen mit Abramovic Künstler präsentiert, die auf den ersten Blick wenig mit der Performance-Diva gemein haben. Damien Hirst etwa, der sein Werk durch eineiige Zwillinge aufzuwerten versucht, indem er sie vor einem Punktegemälde platziert, sowie Tino Sehgal, der jede Form des Körperkitschs streng meidet, für immaterielle Werte plädiert (etwa in einem Interview in Monopol 7/2012) und sich damit jenseits abramovicer oder hirstscher Ästhetik positioniert.

Aber auch Roman Ondák, der eher zu konzeptuellen Spielversuchen neigt, oder Xu Zhen, der akrobatische Übungen bevorzugt. Seine Darstellerin fällt zu Boden, ohne jemals aufzuschlagen. Trotzdem wird mit Sicherheit etwas in der Schau knallen.

Zitat: http://www.monopol-magazin.de/artikel/20105707/Performance-Ausstellung-12-rooms-Museum-Folkwang-Essen.html

Museum Folkwang mit Heiner Goebbels – Klaus Biesenbach 12 rooms

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Live Art nackte frau im Museum Folkwang mit Klaus Biesenbach von Bertram Müller Hans Ulrich Obrist group show 12 rooms Ruhrtriennale Marina Abramovic 5

Mit dem live art Projekt 12 rooms im Museum Folkwang (u.a. Marina Abramovic und nackte frau, Kuratoren: Klaus Biesenbach und Hans Ulrich Obrist) setzt sich auch Bertram Müller, als ein Vertreter der führenden NRW Presseorgane, thematisch auseinander und präsentiert einen Versuch, die quasi neue Kunstform live art in ihrer Bedeutung zu erfassen – zumindest zu beschreiben.
(Zehn Tage lang präsentieren 12 internationale Künstlerinnen und Künstler – wie Tino Sehgal, Marina Abramovic oder Damien Hirst – im Museum Folkwang den Museumsraum als Bühne.
Kuratoren Klaus Biesenbach (MoMa PS1, New York) und Hans Ulrich Obrist (Serpentine Gallery, London) konzipiert.)

Live Art: Menschen als Kunstwerke
VON BERTRAM MÜLLER – zuletzt aktualisiert: 18.08.2012 – 14:13

Essen (RP). Was zuvor in Manchester Massen in die dortige Art Gallery strömen ließ, verspricht jetzt auch im Essener Museum Folkwang ein Besuchermagnet zu werden: In zwölf Räumen bilden nicht Gegenstände, sondern Menschen jeweils ein Kunstwerk. Einige der Darsteller sind nackt.

Sie gehen ins Museum, öffnen dort die Tür zu einem Ausstellungsraum, treten ein und auf einmal stehen Sie vor einer Ihnen unbekannten nackten Frau. Andere Menschen sind nicht zugegen eine intime Zusammenkunft, die nicht geplant war. Was wie die Beschreibung eines Bildes von Salvador Dalí klingt, wird jetzt im Essener Museum Folkwang mehrfach am Tag Wirklichkeit.

Die beiden derzeit bekanntesten Kuratoren der Welt, Klaus Biesenbach aus New York und Hans Ulrich Obrist aus London, bieten unter dem Titel “Zwölf Räume” eine Art von Kunst auf, wie man sie zwar schon seit den 1960er Jahren in Einzelinszenierungen kennt; doch erst in jüngerer Zeit ist diese Kunst aus Menschenleibern zu einem Begriff geworden, der mit der Ausstellung “Zwölf Räume” von Manchester über Essen und Sydney nun um die Erde zieht: “Live Art”.

Nicht alle Träume der beteiligten Künstler sind wahr geworden. Der Amerikaner John Baldessari ist erneut mit seinem Wunsch gescheitert, dem Publikum eine Leiche vorzuführen. Doch “Live Art” bedeutet nicht zwangsläufig Tabu-Bruch. Das bezeugt Damien Hirst, der einst mit seinen in Formaldehyd eingelegten Tierkadavern bekannt wurde, durch seinen Essener Beitrag: Gleich frisierte, identisch gekleidete eineiige Zwillinge lesen unterhalb zweier sich nur unmerklich unterscheidender Punkte-Bilder das gleiche Buch. Man darf die beiden ruhig ansprechen, sie stehen tapfer Rede und Antwort zu ihrem seltsamen Job.

Nur einer der Darsteller in den zwölf Räumen ist angewiesen, den Mund zu halten: ein junger Soldat in Bundeswehruniform, der sich in eine Ecke des Zimmers verdrückt hat. Der Titel dieses Live-Art-Werks von Santiago Sierra lautet: “Veteranen aus Kriegen in Jugoslawien, Bosnien, Kosovo, Serbien und Somalia mit Blick zur Wand”.

In keinem der zwölf Fälle spielt der Künstler selbst in seiner Inszenierung mit. Immer sind Darsteller am Werk, auch in Roman Ondáks “Tausch”: Hinter einem winzigen Tisch sitzt ein junger Mann, erkundigt sich neugierig danach, was die Damen, die den Raum betreten, in ihren Handtaschen mit sich führen, lässt sich ein Teil aushändigen und tauscht es gegen einen Gegenstand, den er der vorigen Besucherin abgeluchst hat: Serviette gegen Erfrischungstuch.

Im Raum “Leuchtkraft” von Marina Abramovi sieht man sich urplötzlich einer angestrahlten nackten Frau gegenüber, die auf einem schmalen Sattel sitzend mit ausgestreckten Armen wie eine Gekreuzigte wirkt. Unweit davon scannt in einem anderen Raum “Spiegel-Check” eine Nackte ihren Körper Stück für Stück mit einem Handspiegel der Amerikaner Joan Jonas hat sich das ausgedacht.

Auch wo kein Akt den Gast überrascht, glaubt der Besucher jedes Mal, er habe gerade die Tür zu einem Raum geöffnet, der nicht für ihn bestimmt ist. Als störend empfindet man sich in dem von Simon Fujiwara errichteten Solarium, in dem ein Mann französische Vokabeln paukt, ebenso wie angesichts der Verrenkung, zu der Xu Zhen aus Shanghai seinen Darsteller nötigt: Eine Person schwebt längere Zeit mit nach hinten geneigtem Rücken über dem Boden, den nur die Füße berühren körperlich fast unmöglich. Was steckt wohl dahinter?

Und was ist der Sinn der “Zwölf Räume”? Die beiden Kuratoren sehen das Verbindende in der “gewissen Intimität”, zu der sich all die Türen der Ausstellung öffnen. Die Schau lädt ein zu Blicken, die nicht üblich sind, die sich auch nicht gehören.

“Live Art” eine Kunstform der Zukunft? Biesenbach und Obrist verweisen stolz darauf, dass sich bei der ersten Station der Wanderausstellung in Manchester Besucherschlangen vor der Art Gallery bildeten, obwohl die Schau mangels eines Werbeetats nicht auf sich hatte hinweisen können. Biesenbach glaubt, dass jede weitere Ausstellung die Spielregeln verändere. Und schon in Essen ist ein Künstler mit einem neuen Raum hinzugestoßen: Damien Hirst. Obrist ergänzt: “Die Recherche geht weiter.”

Ob sich die Kuratoren vorstellen können, selbst einmal als Darsteller in einem der zwölf Räume aufzutreten? Beide lehnen brüsk ab: “Wir sind weder Schauspieler noch Tänzer, noch Künstler.” Solch ein Auftritt erfordere ja auch eine Qualifikation, das könne man nicht einfach nebenher erledigen.

Wer die “Zwölf Räume” erleben will, muss sich beeilen. Denn diese personalintensive Ausstellung zwischen Kunst, Schauspiel und Performance währt nur bis zum 26. August. Dann werden die Darsteller vermutlich drei Kreuze schlagen, obwohl pro Raum jeweils mehrere Teams im Einsatz sind.

Beobachtung am ersten Tag: In den Räumen mit den Nackten sind die Besucher mucksmäuschenstill.

Zitat: http://www.rp-online.de/kultur/kunst/live-art-menschen-als-kunstwerke-1.2957076

Live Art with Bertram Müller and Marina Abramovic im Folkwang

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Hans Ulrich Obrist Klaus Biesenbach live art group show 12 rooms Museum Folkwang Ruhrtriennale Heiner Goebbels Doerthe Ramin Anna Littmann 4

Die international versierten Kuratoren Hans Ulrich Obrist und Klaus Biesenbach präsentieren die live art group show 12 rooms im Museum Folkwang im Verbund mit Ruhrtriennale unter Heiner Goebbels mit Doerthe Ramin und Anna Littmann. Zehn Tage lang präsentieren 12 internationale Künstlerinnen und Künstler – wie Tino Sehgal, Marina Abramovic oder Damien Hirst – im Museum Folkwang den Museumsraum als Bühne.

Hans Ulrich Obrist (* 1968 in Weinfelden, Schweiz) ist ein Schweizer Kurator für zeitgenössische Kunst.
Nach den Studien der Ökonomie und Politik wandte Obrist sich der zeitgenössischen Kunst zu und hat seitdem mit ungewöhnlichen Ausstellungen, oft an Orten, die sich für Kunstpräsentationen noch nicht durchgesetzt haben, für Aufmerksamkeit gesorgt.[1] So organisierte er Ausstellungen im Nietzsche-Haus in Sils Maria oder dem Museum für Stadtentwässerung in Zürich. Er kuratierte u.a. Ausstellungen im Musée d’art moderne de la Ville de Paris, der Kunsthalle Wien, den Deichtorhallen in Hamburg und im New Yorker P.S.1. 2005 war er zusammen mit Daniel Birnbaum und Gunnar B. Kvaran Kurator von Uncertain States of America, einer vom CCS Bard Hessel Museum, Annandale-on-Hudson (USA) ausgehenden Wanderausstellung mit Zwischenstationen am Astrup Fearnley Museum of Modern Art, am Bard College in New York, in der Serpentine Gallery in London und am Reykjavik Art Museum.[2]

Obrist ist Gründer des Museum Robert Walser und Mitglied des Kuratoriums der Allianz Kulturstiftung[3]. Er ist Co-Direktor der Serpentine Gallery in London,[4] Autor verschiedener Werke der Kunstliteratur und lehrte an der European Graduate School in Saas-Fee, Schweiz.[1]

Obrist engagiert sich im “Interview Project”, einer umfangreichen Kollektion von Interviews zwischen Obrist und Künstlern, Architekten, Filmemachern, Wissenschaftlern, Philosophen und Musikern. Hans Ulrich Obrist beschreibt in einer Vorlesung an der European Graduate School,[5] dass er diese Interviews als “endlose Konversation betrachtet” die die Grundlage für seine Arbeit und seine kuratorischen Konzepte bilden. Die Interviews sind teilweise im Magazin Artforum beziehungsweise in Buchform veröffentlicht worden. Längere Interviews wurden in der “Conversation Series” aufgelegt, mehrere dieser Bücher mit Interviews mit John Baldessari, Zaha Hadid, Dominique Gonzalez-Foerster, Yoko Ono, Robert Crumb und Rem Koolhaas sind bereits erschienen.
Für das Jahr 2010 wird Obrist vom Fachmagazin “Art Review” auf dem zweiten Platz der Liste der 100 einflussreichsten Menschen in der Kunstbranche gesehen, im Jahr 2009 war er die einflussreichste Person.[6]
Zitat: http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Ulrich_Obrist

Die Gruppenausstellung 12 Rooms ist ein gemeinsames Projekt des Museum Folkwang und der ebenfalls in Essen angesiedelten Ruhrtriennale und präsentiert bedeutende Positionen der zeitgenössischen Live-Art. Die Kuratoren Hans Ulrich Obrist und Klaus Biesenbach laden dazu Künstler/innen aus fünf Kontinenten ein, sich mit dem Verhältnis von Raum, Zeit und Körper zu beschäftigen. In den insgesamt zwölf White Cubes der Ausstellung trifft der Besucher auf verschiedene Live-Situationen, die von ihm betrachtet oder aktiviert werden können. Die Arbeiten werden von Tänzern, Spielern oder Amateuren realisiert, die zuvor von den Künstler/innen instruiert wurden. Nicht immer ist die Rollenverteilung jedoch klar zu trennen, da Künstler, Performer und Besucher gemeinsam das Kunstwerk gestalten.
Die präsentierten Live-Situationen, u.a. von Marina Abramovic, Simon Fujiwara oder Tino Sehgal, tragen der jüngsten Entwicklung in der Bildenden Kunst Rechnung: Seit Beginn des 21. Jahrhunderts nimmt die Bedeutung der Live-Performance für Museen, Biennalen und Festivals stetig zu. Als flüchtiges Medium bietet sie Künstler/innen die passende Form, um sich mit dem Kunstwerk als Konsumobjekt der westlichen Marktgesellschaften auseinanderzusetzen. Darüber hinaus bietet die Live-Art einen Gegenpol zur digitalen Gesellschaft und kann daher in vielerlei Hinsicht als bedeutendes Kunstmedium des 21. Jahrhunderts bezeichnet werden.

Kuratoren: Hans Ulrich Obrist (CH), Klaus Biesenbach
Zitat: http://kulturstiftung-des-bundes.de/cms/de/foerderung/offen/ergebnisse/12_rooms.html

Dieses von der Ruhrtriennale koproduzierte “Twelve Rooms”-Projekt wurde von den beiden Kuratoren Klaus Biesenbach (MoMa PS1, New York) und Hans Ulrich Obrist (Serpentine Gallery, London) konzipiert.
Das Konzept der “12 Rooms” ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Manchester International Festival und der Ruhr-Triennale. Zwölf White Cubes werden von erstklassigen Künstlern wie John Baldessari , Santiago Sierra und Xu Zhen bespielt. Hier wurden Räume geschaffen für intime Begegnungen, die vor den Augen der Zuschauer Gestalt annehmen .Der Parcours der Live-Art-Ausstellung ermöglichst sehr direkte, intensive Begegnungen.
Präsentiert werden Körper-Skulpturen, wie die von Marina Abramovic, nackt, angestrahlt und mit gespreizten Armen und Beinen auf einen an der Wand befestigten Fahrrad- Sattel aufgebockt.
Jeder der zwölf Räume berührt den Zuschauer auf eine andere Weise. Entstanden sind lebende Skulpturen von Scham und Demut, Entfremdung, Humor und Schönheit.
So hat Simon Fujiwara (England) ein Solarium errichtet, in dem ein Mann französische Vokabeln paukt.
Lucy Raven´s Arbeit (Room Tone)- für diese Ausstellung konzipiert- ist dem Komponisten Alvin Lucier gewidmet, der ein Stück komponiert hat das “I am sitting in a Room heisst”,

der Klang des Raums (the room´s tone).
Wie anders die nur zehn Tage dauernde Schau tatsächlich ist, wie zutiefst anders als alles, was man sonst im Museum zu sehen bekommt, spürt man spätestens beim Verlassen. Jeder

der zwölf Räume berührt den Zuschauer auf eine andere Weise.

Karin Schedler

Hans Ulrich Obrist und Klaus Biesenbach auf der Ruhrtriennale

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Klaus Biesenbach Hans Ulrich Obrist Performance-Ausstellung Museum Folkwang Ruhrtriennale 12 rooms live art group show Heiner Goebbels Doerthe Ramin 3

In einer von Klaus Biesenbach und Hans-Ulrich Obrist kuratierten Performance-Ausstellung im Museum Folkwang inszenieren zwölf Künstler zwölf Situationen mit zahlreichen Darstellern Performance-Ausstellung in Essen.

Zehn Tage lang präsentieren 12 internationale Künstlerinnen und Künstler – wie Tino Sehgal, Marina Abramovic oder Damien Hirst – im Museum Folkwang den Museumsraum als Bühne (12 rooms).
Dieses von der Ruhrtriennale koproduzierte “Twelve Rooms”-Projekt wurde von den beiden Kuratoren Klaus Biesenbach (MoMa PS1, New York) und Hans Ulrich Obrist (Serpentine Gallery, London) konzipiert.

Das Konzept der “12 Rooms” basiert auf einer Zusammenarbeit zwischen dem Manchester International Festival und der Ruhr-Triennale. Zwölf White Cubes werden von erstklassigen Künstlern wie John Baldessari , Santiago Sierra und Xu Zhen bespielt. Hier wurden Räume geschaffen für intime Begegnungen, die vor den Augen der Zuschauer Gestalt annehmen. Der Parcours der Live-Art-Ausstellung ermöglichst sehr direkte, intensive Begegnungen.
Präsentiert werden Körper-Skulpturen, wie die von Marina Abramovic, nackt, angestrahlt und mit gespreizten Armen und Beinen auf einen an der Wand befestigten Fahrrad- Sattel aufgebockt.

Jeder der zwölf Räume berührt den Zuschauer auf eine andere Weise. Entstanden sind lebende Skulpturen von Scham und Demut, Entfremdung, Humor und Schönheit.
So hat Simon Fujiwara (England) ein Solarium errichtet, in dem ein Mann französische Vokabeln paukt.
Lucy Raven”s Arbeit (Room Tone)- für diese Ausstellung konzipiert- ist dem Komponisten Alvin Lucier gewidmet, der ein Stück komponiert hat das “I am sitting in a Room heisst”,

der Klang des Raums (the room”s tone).

Wie anders die nur zehn Tage dauernde Schau tatsächlich ist, wie zutiefst anders als alles, was man sonst im Museum zu sehen bekommt, spürt man spätestens beim Verlassen. Jeder

der zwölf Räume berührt den Zuschauer auf eine andere Weise.

Zitat: Karin Schedler

Klaus Biesenbach (* 1966 in Kürten, Bergisches Land) ist ein deutscher Kunsthistoriker, Kulturmanager und Direktor der New Yorker Kunsthalle MoMA PS1 (Stadtteil Queens), die zum Museum of Modern Art New York gehört.
Klaus Biesenbach studierte zunächst Medizin, doch brach er sein Studium ab. Als er während eines Aufenthalts in New York Fernsehbilder vom Fall der Berliner Mauer sah (1989), beschloss er nach Berlin zu ziehen. Er mietete dort mit Kommilitonen eine ehemalige Margarine-Fabrik in Berlin-Mitte, nannte sie Kunst-Werke und bot dort in kürzester Zeit ein viel beachtetes internationales Programm mit Ausstellungen und Gast-Ateliers für Künstler und Clubs.
Seit 1996 organisierte er parallel Ausstellungen am MoMA PS1, einer Institution für zeitgenössische Kunst in einer früheren Schule in Queens (Stadtteil von New York City), die 1999 dem Museum of Modern Art angegliedert wurde. Im Jahr 1997 gastierte er auf der Documenta X mit Hybrid Workspace. 1998 richteten die Kunst-Werke unter Biesenbachs Leitung die erste Berlin-Biennale aus.
Biesenbach war u.a. als Kurator der Shanghai Biennale tätig und 1997 jüngstes Mitglied der internationalen Jury für die Venedig-Biennale. Seit 2004 ist er Chefkurator einer für ihn neu gegründeten Abteilung für Medienkunst im Museum of Modern Art.

Zitat: http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Biesenbach

12 rooms – Biesenbach PS1 – Obrist Serpentine at MoMA

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Hans Ulrich Obrist mit Performance Ausstellung Live Art

Klaus Biesenbach und Hans Ulrich Obrist als Künstler Darsteller