Goethe-Museum 4 – Prof. Hansen ueber Goethe, Schloss Jaegerhof, Couven, Pigage, Schloss Benrath, Rokoko, Klassizismus, Napoleon und Duesseldorf

Schloss Jägerhof

Das Gebäude wurde nach Bauplänen von 1748 errichtet, mit denen Kurfürst Carl Theodor zu Pfalz den Aachener Baumeister Johann Josef Couven beauftragt hatte und sie dann vermutlich von seinem Architekten Nicolas de Pigage überarbeiten ließ. Ein Jahr vor Goethes Geburt entworfen, wurde das Gebäude erst 1772 fertiggestellt. Obgleich Goethe es nicht erwähnt, muss er es 1774 gesehen haben, als er seinen ersten Besuch in Düsseldorf nützte, die Familie Jacobi auf ihrem damals nur durch eine Gartenzone vom Schloss Jägerhof getrennten Landsitz »Pempelfort« zu besuchen. Auch als Goethe sich im November 1792 während seiner Rückkehr aus dem 1. Koalitionskrieg gegen die Armee der Französischen Revolution für vier Wochen auf Pempelfort aufhielt, nannte er das Schloss nicht ausdrücklich, pries aber die »Nachbarschaft von weitläufigen wohlgehaltenen Gärten«. Vier Jahre später, 1796, wurde der »Jägerhof« von den Revolutionstruppen geplündert, war schließlich völlig unbewohnbar geworden und wurde erst 1811 gelegentlich Napoleons Besuch in Düsseldorf nach Plänen und unter Aufsicht von Adolf von Vagedes wieder hergerichtet.

Schloss Benrath

Schloss Benrath liegt im südlichen Stadtteil Benrath in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.
Erbaut wurde es von 1755 bis 1773 unter der Leitung von Nicolas de Pigage (1723–1796) im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz. Das denkmalgeschützte Ensemble von Lustschloss, Jagdpark, Weihern und Kanalsystem gilt als bedeutsamstes architektonisches Gesamtkunstwerk von Düsseldorf und wurde von der Stadt zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes vorgeschlagen.
Der Baustil zeigt beispielhaft den Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Dieses wird nach außen dadurch sichtbar, dass die Gestaltung eher schlicht und zurückhaltend wirkt. Aufwendige Gestaltungen des barocken Absolutismus findet man nicht mehr. Nördlich vor der Frontseite des Corps de Logis, dem mittleren Wohnbau von Schloss Benrath, liegt ein künstlich angelegter, glockenförmiger Schlossweiher, von dem ein Kanalsystem für die gesamte Parkanlage ausgeht. Die gesamte Wasserarchitektur wird von der Itter gespeist.

Rokoko

Das Rokoko (franz.: Rocaille, ‚Muschelwerk‘), hatte sich aus dem französischen Regence (ca. 1710-1730) entwickelt, in dem der Spätbarock (ca. 1700-1720) endete. Zunächst muss betont werden, dass die beiden Stilrichtungen Barock und Rokoko auf verschiedenen historischen Voraussetzungen basieren. Das Pathos des Barock konnte sich im Zuge der Gegenreformation bzw. katholischen Reform und der damit einhergehenden Lehre und Praxis als auch in der Verherrlichung des absolutistischen Herrschers voll entfalten. Demgegenüber huldigte man in der nachfolgenden Zeit des Rokoko (1730-1775) dem Schönheitsideal der höfischen Gesellschaft und brachte es in Gestalt verspielter und eleganter Formen lebhaft zum Ausdruck.
Charakteristisch in diesem Bau- und Dekorationsstil sind überbordende Verzierungen wie an Bauten, Innenräumen, Möbeln, Geräten etc. und vor allem der Verzicht auf jegliche Symmetrie, die im Barock noch als wichtiges Element verwendet wurde. An die Stelle fester Formen treten leichte, zierliche, gewundene Linien und häufig rankenförmige Umrandungen.

Klassizismus

Der Klassizismus steht in der Bildenden Kunst einschließlich der Architektur für eine Strömung, in der die Nachahmung des klassischen Altertums – der griechischen und der römischen Antike – zum Programm erhoben wird. Der Klassizismus ist in der Kunstgeschichte von der Mitte des 18. bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts anzusiedeln und folgte der Epoche des Barocks. …
Ab den 1790er Jahren galt der Klassizismus als der „Stil der Revolution“, vor allem in der Architektur, wo wuchtige Formen bevorzugt werden. Mit der Vereinnahmung der Revolution durch Napoleon Bonaparte kommt es dann zum dekorativeren Empirestil, der sich mit der Herrschaft des Kaisers über ganz Westeuropa ausbreitet.

Napoleon und Düsseldorf

Am 15. März 1806 übernahm Napoleon in einem komplizierten Tausch das Herzogtum Berg und die rechtsrheinischen Gebiete des Herzogtums Kleve. … Er übertrug das neu geschaffene Großherzogtum Berg seinem Schwager Joachim Murat, der im Mai 1806 in seine Düsseldorfer Residenz zog. Nach dem Wechsel Murats 1808 auf den Königsthron in Neapel unterstellte Napoleon sich selbst das Großherzogtum.
Napoleon selbst besuchte Düsseldorf nur einmal – vom 2. bis 4. November 1811. Der Besuch blieb nicht ohne Folgen. Napoleon erließ ein Verschönerungsdekret für Düsseldorf. Die französische Regierung reformierte die Verwaltung und erließ ein neues bürgerliches Gesetzbuch, den “Code Civil”.
„Sicher ist, dass die Verfügung Napoleons großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Stadt gehabt haben. Ihr Charakter als Residenz erfuhr durch die Vergrößerung der öffentlichen Gartenanlagen eine letzt Bestätigung und ließ Düsseldorf für Jahrzehnte zu einer Gartenstadt werden; die für Napoleon veranstaltete erste Gewerbeausstellung wurde zur Geburtsstunde der reichen Geschichte der Stadt als Ausstellungs- und Messestadt. Im Leben des Kaisers war der dreitätige Aufenthalt in Düsseldorf eine Episode, in der Entwicklung Düsseldorfs ein Punkt, an dem Weichen für die Zukunft gestellt worden sind.“ (Düsseldorf. Geschichte von den Ursprüngen bis ins 20. Jahrhundert. Bd. 2, S.330 f.)

Düsseldorf Schloss Jägerhof – Carl Theodor zu Pfalz

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Goethe-Museum 9 – Prof. Hansen ueber Goethe, Schiller (Wilhelm Tell) und Heine

Friedrich von Schiller, „Wilhelm Tell“

Wilhelm Tell ist das letzte, 16 Monate vor seinem Tod fertiggestellte Drama Friedrich von Schillers. Er schloss es 1804 ab, am 17. März 1804 wurde es am Weimarer Hoftheater uraufgeführt. Das Drama nimmt den Stoff des Schweizer Nationalmythos um Wilhelm Tell und den Rütlischwur auf.
Schiller setzt sich in dem Schauspiel nicht direkt mit der französischen Revolution auseinander, obwohl dies viele Zeitgenossen von ihm erwarteten. … Es geht dem 45-jährigen Schiller vielmehr um die Bewahrung und Entwicklung des „Herrlichen der Menschheit“ überhaupt, wenn er sittlich entfaltete Individualität und rechtlich geordnete Kollektivität in einer Art Musterrevolution gegen die Willkürherrschaft zusammenführt. Schiller bezieht sich dabei auch auf die revolutionäre Erklärung der Menschenrechte von 1789. Das Spannungsverhältnis von individueller Freiheit und mitmenschlicher Solidarität ist, neben dem Recht auf Widerstand, eines der Hauptthemen des Dramas. … Ebenso thematisiert Schiller aber auch in der Rütliszene die brutalen Auswüchse der Revolution und die jakobinische Schreckensherrschaft.

Heinrich Heine und Goethe
Heine hat sich sein Leben lang intensiv mit Goethes Schriften auseinandergesetzt und auch diejenigen seiner Anhänger und Gegner aufmerksam verfolgt.
Neben der kontinuierlichen Lektüre von Goethes Werken seit 1816 suchte Heine schon früh eine persönliche Beziehung zu Goethe anzuknüpfen. Ende 1821 sendet er ihm seinen soeben erschienenen Band der Gedichte mit den Worten. “Ich hätte hundert Gründe Ew Excellenz meine Gedichte zu schicken. Ich will nur einen erwähnen: Ich liebe Sie. Ich glaube das ist ein hinreichender Grund. …“

1824 folgt Heines Besuch bei Goethe im Anschluß an seine Harzwanderung, bei dem er offenbar nur sehr distanziert empfangen wurde. Heines Enttäuschung darüber offenbart sich in mehreren seiner Briefe noch Monate nach dem Besuch, in denen er sich kritisch über den immerhin 48 Jahre Älteren äußert, zugleich aber sich an ihm mißt und sich am Unterschied zu Goethe selbst zu profilieren beginnt.

Wilhelm Tell jakobinische Schreckensherrschaft Goethe

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Goethe-Museum 3 – Prof. Hansen ueber Goethe, Kippenberg-Stiftung, Insel Verlag, Schloss Jaegerhof

Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung

Das Düsseldorfer Goethe-Museum verdankt seine Entstehung dem früheren Inhaber und Leiter des Insel-Verlages in Leipzig, Professor Dr. Anton Kippenberg, und seiner Frau Katharina. Kurz vor 1900 legte der damalige Buchhändler Kippenberg mit der 1893 erschienenen Faust-Übersetzung von Franccois Sabatier den Grundstein zu seiner Goethe-Sammlung.
Die von Kippenberg erworbenen Stücke, vor allem Bücher, Werkmanuskripte und Briefe, aber auch Textvertonungen, Städte- und Landschaftsdarstellungen, Porträts, Porzellane, Gläser, Münzen und Medaillen, sollten, gerade in ihrer Vielfalt, den Geist der Goethe-Zeit vermitteln. Das Prinzip seines Sammelns entsprach dem Goetheschen Symbolbegriff (“eminente Fälle als Repräsentanten von vielen anderen”).
Als Kippenberg 1950 starb, hinterließ er eine der bedeutendsten privaten Goethe-Sammlungen mit rund 25.000 Zeugnissen. Seine Töchter, Jutta von Hesler und Bettina von Bomhard, verwandelten sie zu einer selbständigen rechtsfähigen Stiftung mit Sitz in Düsseldorf. Hatte Goethe doch zweimal die Stadt besucht und freundschaftliche Beziehungen zu den Brüdern Jacobi geknüpft. Als Standort eignete sich das mehrmals zerstörte, aber nach Bauplänen von 1770 wieder aufgebaute Hofgärtnerhaus unweit des Jacobi´schen Landsitzes Pempelfort.
Nach Einrichtung des Museums, das die Teilung der Objekte in “Bibliothek” und “Sammlung” erforderte, konnte das Goethe-Museum Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung im Jahre 1956 als dritte große Goethe-Stätte neben Frankfurt und Weimar eröffnet werden. Im Sommer 1987 konnte das Goethe-Museum das unmittelbar neben dem Jacobi´schen Haus Pempelfort gelegene Schloß Jägerhof beziehen, da das Hofgärtnerhaus zu eng geworden war.

Insel Verlag

Der Insel Verlag ist ein bedeutender deutscher Literaturverlag, der 1901 aus der zwei Jahre zuvor gegründeten Literatur- und Kunstzeitschrift “Die Insel” hervorging und seinen ursprünglichen Verlagssitz in Leipzig hatte. Seit 2010 hat er seinen Sitz in Berlin, nachdem er bis dahin in Frankfurt am Main residierte und eine Niederlassung in Leipzig unterhielt.
Zusammen mit dem seit 1981 angegliederten “Deutscher Klassiker Verlag” gehört das Unternehmen zum Haus Suhrkamp. …
Am 1. Oktober 1901 wurde der Insel Verlag als GmbH mit Sitz in Leipzig unter der Leitung von Rudolf von Poellnitz gegründet. Nach dessen Tod am 14. Februar 1905 übernimmt Carl Ernst Poeschel kommissarisch den Verlag, an dem sich ab 1. Juli 1905 Anton Kippenberg gemeinsam mit ihm unter einer gemeinsamen Verlagsleitung beteiligte. Nachdem Poeschel im September 1906 aus dem Insel Verlag ausgeschieden war, wobei Anton Kippenberg im Gegenzug auch den Poeschel-Verlag verließ, leitete Kippenberg das Haus allein weiter. Dabei erhielt er Unterstützung von seiner Frau Katharina, die Mitarbeiterin und 1918 Prokuristin des Verlages wurde. …
Unter der Führung Kippenbergs avancierte der Verlag in den folgenden Jahren zu einem der führenden Literaturhäuser Deutschlands. Seinen Verlagsschwerpunkt bildeten die Werke von Goethe, die er in verschiedenen Ausgaben und Aufmachungen herausgab. Neben Faksimiles und aufwendig gestalteten Büchern veröffentlichte der Insel Verlag 1909 den sechsbändigen „Volksgoethe“, der auch für ein breiteres Publikum erschwinglich war. Herausgeber war der Literaturwissenschaftler Erich Schmidt.

Schloss Jägerhof

Für die Unterbringung der Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung kann in Düsseldorf kein Gebäude besser geeignet sein als das am östlichen Rande des Hofgartens im Zentrum der heutigen Stadt gelegene »Schloss Jägerhof«: Das Gebäude wurde nach Bauplänen von 1748 errichtet, mit denen Kurfürst Carl Theodor zu Pfalz den Aachener Baumeister Johann Josef Couven beauftragt hatte und sie dann vermutlich von seinem Architekten Nicolas de Pigage überarbeiten ließ. Ein Jahr vor Goethes Geburt entworfen, wurde das Gebäude erst 1772 fertiggestellt. Obgleich Goethe es nicht erwähnt, muss er es 1774 gesehen haben, als er seinen ersten Besuch in Düsseldorf nützte, die Familie Jacobi auf ihrem damals nur durch eine Gartenzone vom Schloss Jägerhof getrennten Landsitz »Pempelfort« zu besuchen. Auch als Goethe sich im November 1792 während seiner Rückkehr aus dem 1. Koalitionskrieg gegen die Armee der Französischen Revolution für vier Wochen auf Pempelfort aufhielt, nannte er das Schloss nicht ausdrücklich, pries aber die »Nachbarschaft von weitläufigen wohlgehaltenen Gärten«. Vier Jahre später, 1796, wurde der »Jägerhof« von den Revolutionstruppen geplündert, war schließlich völlig unbewohnbar geworden und wurde erst 1811 gelegentlich Napoleons Besuch in Düsseldorf nach Plänen und unter Aufsicht von Adolf von Vagedes wieder hergerichtet.

Kippenberg Goethe Insel-Verlag Verlag Jägerhof Jacobi Insel

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Goethe-Museum 8 – Prof. Hansen ueber Goethe, Schiller und ihre Beziehung

Johann Christoph Friedrich von Schiller
(* 10. November 1759 in Marbach am Neckar, Württemberg; † 9. Mai 1805 in Weimar), 1802 geadelt, deutscher Dichter, Philosoph und Historiker. Er gilt als der bedeutendste deutsche Dramatiker. Viele seiner Theaterstücke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Auch als Lyriker war er erfolgreich: Seine Gedankenlyrik wurde exemplarisch, seine Balladen zählen zu den beliebtesten deutschen Gedichten.
Schiller gehört mit Wieland, Goethe und Herder zum Viergestirn der Weimarer Klassik.

“Die Räuber” ist der Titel des ersten veröffentlichten Dramas von Friedrich Schiller. Das Werk, das zunächst nicht als Bühnenstück, sondern als Lesedrama vorgesehen war (siehe unterdrückte Vorrede), gliedert sich in fünf Akte, die jeweils in zwei bis fünf Szenen unterteilt sind. Es entstand zur Zeit des abklingenden “Sturm und Drang”, wurde 1781 anonym veröffentlicht und am 13. Januar 1782 in Mannheim mit Nennung des Verfassers uraufgeführt. Das Drama sorgte für nationales Aufsehen im Literaturbetrieb und machte Schiller schlagartig berühmt.
Der Kern der Handlung ist der Konflikt der beiden Brüder Karl und Franz Moor. Auf der einen Seite steht der intelligente, freiheitsliebende und spätere Räuber Karl, der vom Vater geliebt wird, auf der anderen Seite der kalt berechnende, unter Liebesentzug leidende Franz Moor, der auf Karl eifersüchtig ist und das Erbe seines Vaters übernehmen will. Zentrales Motiv, das Schiller in seinem Werk thematisiert, ist die Vorstellung eines Konflikts zwischen Gesetz und Freiheit. … Literaturhistorikern zufolge diente das Schicksal des bekannten Räuberhauptmannes Nikol List teilweise als Vorlage.

“Sturm und Drang”, auch Geniezeit oder Genieperiode, bezeichnet eine Strömung der deutschen Literatur in der Epoche der Aufklärung, die etwa von 1767 bis 1785 hauptsächlich von jungen, etwa 20- bis 30-jährigen Autoren getragen wurde.Die Benennung erfolgte in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts nach dem Drama „Sturm und Drang“ des deutschen Dichters Friedrich Maximilian Klinger. Wegen der „Verherrlichung des ‚Originalgenies‘ als Urbild des höheren Menschen und Künstlers“ (Gero von Wilpert) wird diese Strömung auch als „Geniezeit“ bezeichnet.

Freundschaftliche Verbindung Schillers mit Goethe
Von Goethe erwirkte Schiller die Zusage, sich an den “Horen” zu beteiligen, und es entwickelte sich ein freundschaftlicher Briefwechsel zwischen den beiden. Im September 1794 verbrachte Schiller zwei Wochen in Goethes Haus. Er hielt dabei seinen gewohnten Tagesablauf bei, das hieß, er schlief bis mittags und arbeitete nachts. Im Wissen um Schillers Traditionsbewusstsein vertuschten Goethe und seine langjährige Lebensgefährtin Christiane Vulpius ihre „wilde Ehe“. … Schiller bezeichnete die Beziehung Goethes zur Mademoiselle Vulpius als Goethes „einzige Blöße“ und kritisierte Goethe in einem Brief für „falsche Begriffe über das häusliche Glück“. Goethe sprach von seinem „Ehestand ohne Zeremonie“. Schillers Leidenschaft für das Kartenspiel und den Tabak störte Goethe, der überhaupt auch Freunden gegenüber boshaft sein konnte (die viel kolportierte Anekdote, Schiller habe nur beim Geruch fauler Äpfel dichten können, stammt von ihm).

Schillers Lungenkrankheit und Tod
Am 9. Mai starb Friedrich Schiller an einer vermutlich durch eine Tuberkuloseerkrankung hervorgerufenen akuten Lungenentzündung in Weimar. Wie die Obduktion ergab, war Schillers linker Lungenflügel völlig zerstört. Auch die Nieren waren fast aufgelöst. Der Herzmuskel hatte sich zurückgebildet und Milz und Galle waren stark vergrößert. Ferdinand Jagemann zeichnete Schiller auf dem Totenbett. Johann Christian Ludwig Klauer fertigte seine Totenmaske.

Friedrich Schiller im Goethe Museum des 19 Jahrhunderts Weimar

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Goethe-Museum 13 – Prof. Hansen über Goethemuseum, Tagesbesucher, Goethe fuer Schueler, Lehrveranstaltungen, Bedeutung Goethes fuer junge Generation

Schulpädagogik
Das Goethe-Museum bietet Führungen für die Jahrgangsstufen 5-10 (z. B. handlungsorientierte Führungen) und für die Jahrgangsstufen 11-13 (z. B. Übersichtsführungen, Schwerpunktführungen) sowie Kinderführungen und Ferienprogramme (Workshops ab 8 Jahren).
Individuelle Themen- und Terminabsprachen mit der museumspädagogischen Abteilung, Dr. Silke Hoffmann, 
Tel.: 0211/ 899 62 68, E-Mail: silke.hoffmann@stadt.duesseldorf.de

Lehrveranstaltungen
Neben Vorlesungen und Seminaren an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zahlreiche Vorträge von Prof. Dr.Dr.h.c.mult. Volkmar Hansen u.a. im Rahmen der Vorlesungsreihe „Schwarze Kunst. Grafiken in Düsseldorfer Sammlungen“, Juni 2009)

Die Leiden des jungen Werthers
lautet der ursprüngliche Titel des von Johann Wolfgang von Goethe verfassten Briefromans, in dem der junge Rechtspraktikant Werther bis zu seinem Freitod über seine unglückliche Liaison zu der mit einem anderen Mann verlobten Lotte berichtet. Er war nach dem Sturm-und-Drang-Drama Götz von Berlichingen (1773) Goethes zweiter großer Erfolg (1774) und ist ebenfalls dem Sturm und Drang zuzuordnen. Die Handlung trägt autobiographische Züge. …
Die Erstausgabe erschien im Herbst 1774 zur Leipziger Buchmesse und wurde gleich zum Bestseller. 1787 überarbeitete Goethe den Roman, wobei unter anderem das Genitiv-s im Titel entfiel. Der Roman ließ Goethe 1774 gleichsam über Nacht in Deutschland berühmt werden. Kein weiteres Buch Goethes wurde von so vielen seiner Zeitgenossen gelesen.

Erlkönig
ist eine Ballade von Johann Wolfgang von Goethe, die im Jahre 1782 geschrieben wurde.

Der Zauberlehrling
ist eine Ballade von Johann Wolfgang von Goethe (im Druck veröffentlicht in der Ausgabe letzter Hand, 1827), die zu seinen populärsten Werken gehört. Entstanden ist sie in der Weimarer Zeit Goethes, im Jahre 1797, dem sogenannten Balladenjahr der Klassik, das in die literarische Geschichte einging.

Faust. Eine Tragödie.
(auch Faust. Der Tragödie erster Teil oder Faust I), von Johann Wolfgang Goethe gilt als das bedeutendste und meistzitierte Werk der deutschen Literatur.
Die 1808 veröffentlichte Tragödie greift die Geschichte des historischen Doktor Faustus auf und wird im Faust II zu einer Menschheits-Parabel ausgeweitet. Die Handlung spielt zu Lebzeiten des historischen Faust (ca. 1480–1538), also während der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Die Handlungsorte liegen in Deutschland, beispielsweise in Leipzig oder im Harz.
Heinrich Faust, wie der historische Faust (ca. 1480–1538) ein angesehener Forscher und Lehrer zu Beginn der Neuzeit, zieht die Bilanz seines Lebens und kommt zu einem doppelt niederschmetternden Fazit: Als Wissenschaftler fehle es ihm an tiefer Einsicht und brauchbaren Ergebnissen, und als Mensch sei er unfähig, das Leben in seiner Fülle zu genießen. In dieser verzweifelten Lage verspricht er dem Teufel seine Seele, wenn es diesem gelingen sollte, Faust aus seiner Unzufriedenheit und Ruhelosigkeit zu befreien. Der schließt mit Faust einen Pakt, verwandelt ihn zurück in einen jungen Mann, nimmt ihn mit auf eine Reise durch die Welt und hilft ihm, die Liebschaft mit der jungen Margarete, genannt Gretchen, einzufädeln.

Faust.
Der Tragödie zweiter Teil in fünf Akten, bekannt auch als Faust II, ist die Fortsetzung von Johann Wolfgang von Goethes Faust I.
Nachdem Goethe seit der Fertigstellung des ersten Teils im Jahr 1805 zwanzig Jahre lang nicht mehr am Fauststoff gearbeitet hatte, erweiterte er ab 1825 bis Sommer 1831 frühere Notizen zum zweiten Teil der Tragödie. Das Werk wurde 1832, einige Monate nach Goethes Tod, veröffentlicht.
Das Drama besteht aus fünf Akten, die in sich abgeschlossene Inhalte haben. Erst der Bezug auf die Gesamtheit der Teile I und II stellt den Sinnzusammenhang der Tragödie her. Im Unterschied zum ersten Teil steht nicht mehr das Seelen- und Gefühlsleben des einzelnen Menschen im Mittelpunkt, sondern die Person Faust entwickelt sich stetig weiter, wird zum sozial und geschichtlich handelnden Unternehmer, scheitert auch in dieser Rolle und vollendet sich in der politischen Vision einer freiheitlichen Weltordnung.

Johann Wolfgang von Goethe – Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

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Goethe-Museum 2 – Prof. Hansen ueber Goethe, Marianne von Willemer, West-destlicher Divan, J. N. Hummel, E. Roeckel (Elise), Beethoven

Napoleon Bonaparte,
als Kaiser Napoleon I. (frz. Napoléon Bonaparte bzw. Napoléon Ier; * 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika als Napoleone Buonaparte[; † 5. Mai 1821 in Longwood House auf St. Helena im Südatlantik), war ein französischer General, Staatsmann und Kaiser.
Aus korsischer Familie stammend stieg Bonaparte während der Französischen Revolution in der Armee auf. Er erwies sich als ein militärisches Talent ersten Ranges. Vor allem die Feldzüge in Italien und in Ägypten machten ihn populär und zu einem politischen Hoffnungsträger. Dies ermöglichte ihm, durch den Staatsstreich vom 18. Brumaire die Macht in Frankreich zu übernehmen. Zunächst von 1799 bis 1804 als Erster Konsul der Französischen Republik und anschließend bis 1814 als Kaiser der Franzosen, stand er einem halbdiktatorischen Regime mit plebiszitären Elementen vor.
Durch verschiedene Reformen – etwa die der Justiz durch den Code Civil oder der Verwaltung – hat Napoleon die staatlichen Strukturen Frankreichs bis in die Gegenwart hinein geprägt. Außenpolitisch errang er, gestützt auf die Armee, zeitweise die Herrschaft über weite Teile Kontinentaleuropas. Er war daher ab 1805 auch König von Italien und von 1806 bis 1813 Protektor des Rheinbundes. Durch die von ihm initiierte Auflösung des Heiligen Römischen Reiches wurde die staatliche Gestaltung Mitteleuropas zu einem zentralen Problem des 19. Jahrhunderts. …
Der katastrophale Ausgang des Feldzugs gegen Russland (1812), dort als Vaterländischer Krieg bezeichnet, führte letztlich zum Sturz Napoleons. Nach einer kurzen Phase der Verbannung auf Elba (April 1814-März 1815) kehrte er für hundert Tage an die Macht zurück. In der Schlacht bei Waterloo wurde er endgültig besiegt und bis zu seinem Lebensende auf die Insel St. Helena verbannt.

Heiliges Römisches Reich
(lat. Sacrum Romanum Imperium) war die offizielle Bezeichnung für den Herrschaftsbereich der römisch-deutschen Kaiser vom Mittelalter bis zum Jahre 1806. Der Name des Reiches leitet sich vom Anspruch der mittelalterlichen Herrscher ab, die Tradition des antiken Römischen Reiches fortzusetzen und die Herrschaft als Gottes heiligen Willen im christlichen Sinne zu legitimieren. …
Durch die Napoleonischen Kriege und die daraus resultierende Gründung des Rheinbunds war es nahezu handlungsunfähig geworden. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation erlosch am 6. August 1806 mit der Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II.

Marianne von Willemer (1784 – 1860)
Aus Österreich stammende Schauspielerin und Tänzerin. Im Alter von 14 Jahren siedelte sie nach Frankfurt am Main über, wo sie die dritte Frau des Frankfurter Bankiers Johann Jakob von Willemer wurde. Diesem freundschaftlich verbunden, begegnete Johann Wolfgang von Goethe auch Marianne in den Jahren 1814 und 1815 und verewigte sie im „Buch Suleika“ seines Spätwerks „West-östlicher Divan“. Unter den zahlreichen Musen Goethes war Marianne die einzige Mitautorin eines seiner Werke, denn der „Divan“ enthält auch – wie erst postum bekannt wurde – einige Gedichte aus ihrer Feder.

“West-östlicher Divan”
(erschienen 1819, erweitert 1827) ist die umfangreichste Gedichtsammlung von Johann Wolfgang von Goethe.
Die Gedichtsammlung ist in zwölf Bücher eingeteilt. Ein hoher Anteil der Gedichte geht auf Goethes Briefwechsel mit Marianne von Willemer zurück, von der auch einige Gedichte des “Divan” stammen (West, um deine feuchten Flügel, Ach wie sehr ich dich beneide …).
Goethe war sehr am Islam interessiert. Das lyrische “Ich” des “West-östlichen Divans” ist muslimisch, und in dem Werk werden muslimische Lehrmeinungen vorgestellt. … Im Alter von 65 Jahren las Goethe erstmals Gedichte des persischen Dichters Hafis, den er sehr bewunderte. “Er attestierte ihm eine ´Übersicht des Weltwesens´ und betrachtete sich fortan als seinen ´Zwilling´. Sein “West-östlicher Divan” (1819) ist eine Hommage an den persischen Dichterfürsten wie auch ein poetisches Zwiegespräch über die Länder und Jahrhunderte hinweg.” Claudia Stodte in Edition Erde Reiseführer “Iran”, Edition Temmen, Bremen, 5. aktualisierte Neuauflage 2008, S. 289

Johann Nepomuk Hummel (1778 – 1837)
Österreichischer Komponist und Pianist. Erhielt kostenlosen Musikunterricht von Wolfgang Amadeus Mozart. 1804 Hofkapellmeister beim Fürsten Esterházy. 1813 heiratete er in Wien die Opernsängerin Elisabeth Röckel. 1819 Berufung als Hofkapellmeister nach Weimar, wo er bis zu seinem Tod wirkte.

Elisabeth Röckel (1793 – 1883)
Deutsche Opernsängerin (Sopran), enge Freundschaft mit Beethoven, 1813 Heirat mit Johann Nepomuk Hummel.
“Für Elise” ist eine Komposition von Ludwig van Beethoven aus dem Jahre 1810. Es handelt sich um das Klavierstück in a-Moll, WoO 59 (Werk ohne Opuszahl). Das Autograph trug laut Ludwig Nohl die Aufschrift: „Für Elise am 27 April zur Erinnerung von L. v. Bthvn,“, es ist seit 1867 verschollen.

Divan und Goethe im Goethe Museum -Napoleon Bonaparte

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Goethe-Museum 7 – Prof. Hansen ueber Goethe als Zentrum und Vorbild für Wissenschaft und Kultur im 19. Jhdt.

Goethe im Staatsdienst

1775 reist Goethe nach Weimar und wird auf Vorschlag des Herzogs Karl August 1776 Mitglied des „Conciliums“ des dreiköpfigen Beratergremiums des Herzogs. Im folgenden Jahr übertrug dieser ihm die Leitung der neugegründeten Bergwerkskommission, 1779 die der Kriegs- und der Wegebaukommission, 1782 das Finanzministerium. Er erhielt den Titel eines Geheimrats und wurde 1782 in den Adelsstand erhoben.
Nach der Rückkehr von seiner Italienreise (1786-1788) ließ Goethe sich vom Herzog von den meisten seiner amtlichen Pflichten entbinden; den Sitz im Consilium und damit die Möglichkeit politischer Einflussnahme behielt er jedoch bei. Er übernahm nun eine Reihe von Aufgaben aus dem kulturellen und wissenschaftlichen Bereich, darunter die Leitung der Zeichenschule und die Aufsicht über das öffentliche Bauwesen. Von 1791 bis 1817 leitete er das Weimarer Hoftheater. Daneben war Goethe in Angelegenheiten der zum Herzogtum gehörenden Universität Jena beratend tätig. Seiner Unterstützung ist die Berufung einer Reihe namhafter Professoren zu verdanken, darunter Johann Gottlieb Fichte, Georg Hegel, Friedrich Schelling und Friedrich Schiller. Nachdem ihm 1807 die Aufsicht über die Universität übertragen worden war, setzte Goethe sich vor allem für den Ausbau der naturwissenschaftlichen Fakultät ein.

Das Zeitalter der Aufklärung

ist die Epoche der europäischen und nordamerikanischen Geistesgeschichte im 17. und 18. Jahrhundert, die besonders durch das Bestreben geprägt war, das Denken mit den Mitteln der Vernunft von überholten starren Vorstellungen, Vorurteilen, Ideologien und Aberglauben zu befreien und Akzeptanz für neu erlangtes Wissen zu schaffen als Basis eines technischen, kulturellen und politischen Fortschritts. Das epochale Hauptwerk war die Enzyklopädie. Der wichtigste Grundsatz der Aufklärung besagte, dass die Vernunft im Stande sei, die Wahrheit ans Licht zu bringen und Tugenden zu fördern. Mit der Aufklärung verbunden war eine Bewegung der Säkularisierung und eine Abkehr von der absolutistischen hin zu einer demokratischen Staatsauffassung mit einer verfassungsmäßigen Garantie von Menschen- und Bürgerrechten. Das, allerdings nicht einheitliche, philosophische Konzept Aufklärung wirkt bis in die Gegenwart.

Madame de Staël

Baronin Anne Louise Germaine de Staël-Holstein [stal], allgemein bekannt als Madame de Staël (* 22. April 1766 in Paris; † 14. Juli 1817 in Paris), war eine französische Schriftstellerin.
1803 unternahm sie eine halbjährige Reise durch Deutschland. Erste Station war im Winter Weimar, wo sie u. a. Wieland, Schiller und Goethe traf. Nächste Station war im Frühjahr Berlin. Hier lernte sie, neben vielen anderen Intellektuellen, den Literaturkritiker und –historiker August Wilhelm Schlegel kennen, den sie als Mentor für sich selbst sowie als Hauslehrer für ihre Kinder gewann.
Im Jahr 1807 begann Madame de Staël ihr meistgelesenes und langfristig wirksamstes Buch De l´Allemagne, „Über Deutschland“, für das sie im Winter 1807/08 in Wien weitere Informationen und Anregungen sammelte und in das auch ihr Briefwechsel mit dem in Deutschland lebenden Gelehrten Charles de Villers prägend mit einfloss.

Johann Nepomuk Hummel (1778 – 1837)

Österreichischer Komponist und Pianist. Erhielt kostenlosen Musikunterricht von Wolfgang Amadeus Mozart. 1804 Hofkapellmeister beim Fürsten Esterházy. 1813 heiratete er in Wien die Opernsängerin Elisabeth Röckel. 1819 Berufung als Hofkapellmeister nach Weimar, wo er bis zu seinem Tod wirkte.

Friedrich Wilhelm Joseph Ritter von Schelling
(* 27. Januar 1775 in Leonberg, Württemberg; † 20. August 1854 in Bad Ragaz, Schweiz; 1812 geadelt) war einer der Hauptvertreter der Philosophie des deutschen Idealismus.
Zwischen 1798 und 1803 lehrte Schelling als Professor an der Universität in Jena, die zum Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach gehörte.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

(* 27. August 1770 in Stuttgart; † 14. November 1831 in Berlin) war ein deutscher Philosoph, der als wichtigster Vertreter des Deutschen Idealismus gilt.
Nach Empfehlung durch Goethe und Schelling wurde Hegel im Februar 1805 zum a.o. Professor ernannt. 1806 entstand in Jena die „Phänomenologie des Geistes“. Wegen der Besetzung Jenas im Jahre 1806 durch französische Truppen unter Napoleon war Hegel gezwungen, die Stadt zu verlassen. Hegel erlebte jedoch den Einzug Napoleons in die Stadt mit und war, als Anhänger der Französischen Revolution, begeistert davon, diesen „Weltgeist zu Pferde” gesehen zu haben.

Weimar mit Schelling in Wien – Schiller Berlioz im Goethe Museum

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Goethe-Museum 12 – Prof. Hansen ueber Goethe, Schloss Benrath, Thomas Mann (“Die Betrogene”), Klaus Heuser, Thomas-Mann-Sammlung und -Stiftung Duesseldorf

Schloss Benrath

Schloss Benrath liegt im südlichen Stadtteil Benrath in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf.
Erbaut wurde es von 1755 bis 1773 unter der Leitung von Nicolas de Pigage (1723–1796) im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz. Das denkmalgeschützte Ensemble von Lustschloss, Jagdpark, Weihern und Kanalsystem gilt als bedeutsamstes architektonisches Gesamtkunstwerk von Düsseldorf und wurde von der Stadt zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes vorgeschlagen.
Der Baustil zeigt beispielhaft den Übergang vom Rokoko zum Klassizismus. Dieses wird nach außen dadurch sichtbar, dass die Gestaltung eher schlicht und zurückhaltend wirkt. Aufwendige Gestaltungen des barocken Absolutismus findet man nicht mehr. Nördlich vor der Frontseite des Corps de Logis, dem mittleren Wohnbau von Schloss Benrath, liegt ein künstlich angelegter, glockenförmiger Schlossweiher, von dem ein Kanalsystem für die gesamte Parkanlage ausgeht. Die gesamte Wasserarchitektur wird von der Itter gespeist.

Thomas Mann, „Die Betrogene“ (1953)

Thomas Manns wiederholte Besuche und Beziehungen zu Düsseldorf konzentrieren sich in seiner letzten Erzählung “Die Betrogene”.
Eine etwa 50-jährige Düsseldorferin verliebt sich in einen jungen Amerikaner, der ihrem Sohn Englisch-Nachhilfeunterricht gibt. Eine Liebesszene spielt in einer geheimen Schlosskammer, die von den beiden während einer Besichtigung des Benrather Schlosses entdeckt wird (welches in der Erzählung den Namen „Holterhof“ trägt).
Ein zentrales Motiv der Erzählung bilden die schwarzen Schwanenpaare als ein Symbol für Liebe und Tod, für Eros und Thanatos.

Klaus Heuser
Ein weiterer persönlicher Bezugspunkt zu Düsseldorf war der über 30 Jahre jüngeren Klaus Heuser (geb. 1909), Sohn des ehemaligen Direktors der Düsseldorfer Kunstakademie. Thomas Mann hatte ihn während eines Syltaufenthaltes 1927 kennen gelernt.

Die Thomas-Mann-Sammlung Düsseldorf

Der Düsseldorfer Buchhändler und Historiker Dr. Dr. h.c. Hans-Otto Mayer (1903-1983) begann in den zwanziger Jahren aus Interesse für Thomas Mann und dessen Leben und Werk, zunächst Buchhandelsausgaben, dann Privat- und Pressendrucke wie auch vom Autor selbst signierte illustrierte Ausgaben zu sammeln. Nach dem 2. Weltkrieg setzte Mayer sein Werk fort und schaffte die Grundlage für ein heute mehr als 30.000 Dokumente umfassendes Ausschnittarchiv.
Diese einzigartige Spezialbibliothek und Dokumentationsstätte wurde im Jahr 1969 der Heinrich-Heine- Universität Düsseldorf gestiftet und wirkte impulsgebend auf die Thomas Mann-Forschung.

Die Thomas Mann-Gesellschaft Düsseldorf

Die Thomas Mann-Gesellschaft Düsseldorf hat es sich zum Ziel gesetzt, die mit der Thomas-Mann-Sammlung „Dr. Hans-Otto Mayer“ bestehenden außergewöhnlichen Arbeitsmöglichkeiten für individuelles wie wissenschaftliches Arbeiten verstärkt nutzbar zu machen.

Düsseldorf Benrath – Goethe Museum Schloss

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Goethe-Museum 1 – Prof. Hansen ueber Kippenberg-Stiftung, C. G. Weisser, J. C. Lavater, Doktor Faustus von Thomas Mann

Kippenberg-Stiftung

Das Düsseldorfer Goethe-Museum verdankt seine Entstehung dem früheren Inhaber und Leiter des Insel-Verlages in Leipzig, Professor Dr. Anton Kippenberg, und seiner Frau Katharina. Kurz vor 1900 legte der damalige Buchhändler Kippenberg mit der 1893 erschienenen Faust-Übersetzung von Franccois Sabatier den Grundstein zu seiner Goethe-Sammlung.
Die von Kippenberg erworbenen Stücke, vor allem Bücher, Werkmanuskripte und Briefe, aber auch Textvertonungen, Städte- und Landschaftsdarstellungen, Porträts, Porzellane, Gläser, Münzen und Medaillen, sollten, gerade in ihrer Vielfalt, den Geist der Goethe-Zeit vermitteln. Das Prinzip seines Sammelns entsprach dem Goetheschen Symbolbegriff (“eminente Fälle als Repräsentanten von vielen anderen”).
Als Kippenberg 1950 starb, hinterließ er eine der bedeutendsten privaten Goethe-Sammlungen mit rund 25.000 Zeugnissen. Seine Töchter, Jutta von Hesler und Bettina von Bomhard, verwandelten sie zu einer selbständigen rechtsfähigen Stiftung mit Sitz in Düsseldorf. Hatte Goethe doch zweimal die Stadt besucht und freundschaftliche Beziehungen zu den Brüdern Jacobi geknüpft. Als Standort eignete sich das mehrmals zerstörte, aber nach Bauplänen von 1770 wieder aufgebaute Hofgärtnerhaus unweit des Jacobi´schen Landsitzes Pempelfort.
Nach Einrichtung des Museums, das die Teilung der Objekte in “Bibliothek” und “Sammlung” erforderte, konnte das Goethe-Museum Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung im Jahre 1956 als dritte große Goethe-Stätte neben Frankfurt und Weimar eröffnet werden. Im Sommer 1987 konnte das Goethe-Museum das unmittelbar neben dem Jacobi´schen Haus Pempelfort gelegene Schloß Jägerhof beziehen, da das Hofgärtnerhaus zu eng geworden war.

Lebendmaske Goethes von C. G. Weißer

1807 ließ sich J.W. von Goethe auf Wunsch des Wiener Hirnforschers F.J.Gall eine Lebendmaske abnehmen. Auf dieser Grundlage schuf der Bildhauer C.G.Weißer eine Porträtbüste, die durch die Sammlung Kippenberg inzwischen ins Goethe-Museum Düsseldorf gelangt ist. Aber 1816 soll eine weitere Lebendmaske von Goethe durch J.G. Schadow abgegossen worden sein. Nur e i n e Lebendmaske ist erhalten – so ist es seit 200 Jahren eine offene Frage, ob es diese Maske ist, die in die Weißer-Büste eigegangen ist, oder nicht.
Dieser Frage soll jetzt in einer fachübergreifenden Zusammenarbeit durch modernste Meßmethoden zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach nachgegangen werden.

Johann Caspar Lavater

Johann Caspar Lavater, * 15. November 1741 in Zürich; † 2. Januar 1801 in Zürich, war reformierter Pfarrer, Philosoph und Schriftsteller. In seinem Werk vermischen sich Aufklärung, Pietismus, Ästhetizismus und Irrationalismus.
Zwischen 1763 und 1764 lernte Lavater auf einer Bildungsreise durch Deutschland unter anderen Christian Fürchtegott Gellert, Friedrich Gottlieb Klopstock, Moses Mendelssohn und Friedrich Nicolai kennen, während einer Kur in Bad Ems 1774 Johann Wolfgang von Goethe, Johann Heinrich Jung-Stilling und Johannes Bernhard Basedow.

“Doktor Faustus” von Thomas Mann
“Doktor Faustus. Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde” ist ein Roman von Thomas Mann. Er entstand zwischen dem 23. Mai 1943 und dem 29. Januar 1947.
Doktor Faustus ist die Biografie des fiktiven Komponisten Adrian Leverkühn, verfasst von seinem Freund Serenus Zeitblom.
Das “Teufelsgespräch” zählt zu den Höhepunkten des Romans. Leverkühn muss dem Teufel seine Seele vermachen und auf Liebe verzichten, sofern sie wärmt. Dafür wird ihm der Teufel Genialität verleihen, für 24 Jahre.
Die musiktheoretischen Äußerungen des Teufels im Teufelskapitel stammen nahezu wörtlich aus Adornos Philosophie der neuen Musik, mit dessen Erlaubnis. Auch sonst ließ sich Thomas Mann von handschriftlichen Entwürfen Adornos leiten. Er änderte viele Stellen des Romans nach ausgiebigen Diskussionen mit seinem Helfer. Thomas Mann nannte Adorno „seinen wirklichen geheimen Rat“.
Wendell Kretzschmar
Der Dom-Organist Wendell Kretzschmar ist Adrians musikalischer Mentor. Durch eine kuriose Episode, in der über einen öffentlichen, aber nur schwach besuchten Musikvortrag Wendell Kretzschmars berichtet wird, bekommt der Leser einen nachhaltigen Eindruck von Kretzschmars musikalischer Kompetenz.

Doktor Faustus Goethe-Museum Haus Pempelfort Jacobi Kippenberg

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Goethe-Museum 6 – Prof. Hansen ueber Goethe, Jurastudium, Staatsdienst, Naturwissenschaftliche Studien, Rudolf Steiner

Johann Wolfgang von Goethe,
geadelt 1782 (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar)

Jurastudium
1765 begann Goethe in Leipzig ein Jurastudium, das er bald vernachlässigte und stattdessen Poetikvorlesungen besuchte, Zeichenunterricht nahm sowie die Holzschnitt- und Radierungstechnik erlernte. Im Juli 1768 erlitt er einen Blutsturz und kehrte zunächst nach Frankfurt zurück. Während der Rekonvaleszenz befasste er sich mit mystischen und alchemistischen Schriften. 1770 setzte er sein Studium in Straßburg fort.
Im Sommer 1771 reichte Goethe seine juristische Dissertation De legislatoribus ein, die allerdings wegen einiger darin enthaltener gegen die Kirche gerichteter „Ketzereien“[5] nicht angenommen wurde und heute nicht mehr erhalten ist. Die Universität bot ihm jedoch die Möglichkeit, das Lizenziat zu erwerben. Grundlage der Disputation am 6. August 1771, die er „cum applausu“ bestand, waren 56 Thesen in lateinischer Sprache unter dem Titel Positiones Juris.

Staatsdienst

1775 reist Goethe nach Weimar und wird auf Vorschlag des Herzogs Karl August 1776 Mitglied des „Conciliums“ des dreiköpfigen Beratergremiums des Herzogs. Im folgenden Jahr übertrug dieser ihm die Leitung der neugegründeten Bergwerkskommission, 1779 die der Kriegs- und der Wegebaukommission, 1782 das Finanzministerium. Er erhielt den Titel eines Geheimrats und wurde 1782 in den Adelsstand erhoben.
Nach der Rückkehr von seiner Italienreise (1786-1788) ließ Goethe sich vom Herzog von den meisten seiner amtlichen Pflichten entbinden; den Sitz im Consilium und damit die Möglichkeit politischer Einflussnahme behielt er jedoch bei. Er übernahm nun eine Reihe von Aufgaben aus dem kulturellen und wissenschaftlichen Bereich, darunter die Leitung der Zeichenschule und die Aufsicht über das öffentliche Bauwesen. Von 1791 bis 1817 leitete er das Weimarer Hoftheater. Daneben war Goethe in Angelegenheiten der zum Herzogtum gehörenden Universität Jena beratend tätig. Seiner Unterstützung ist die Berufung einer Reihe namhafter Professoren zu verdanken, darunter Johann Gottlieb Fichte, Georg Hegel, Friedrich Schelling und Friedrich Schiller. Nachdem ihm 1807 die Aufsicht über die Universität übertragen worden war, setzte Goethe sich vor allem für den Ausbau der naturwissenschaftlichen Fakultät ein.

Naturwissenschaftliche Studien

Um 1780 begann Goethe, sich systematisch mit naturwissenschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen. Er führte dies später auf seine amtliche Beschäftigung mit Fragen des Berg- und Ackerbaus, der Holzwirtschaft usw. zurück. Sein Hauptinteresse galt zunächst der Geologie und der Mineralogie, der Botanik und der Osteologie. Auf diesem Gebiet gelang ihm 1784 die vermeintliche Entdeckung (in Wirklichkeit Wiederentdeckung) des Zwischenkieferknochens beim Menschen. Im gleichen Jahr schrieb er seinen Aufsatz Über den Granit und plante ein Buch mit dem Titel: „Roman der Erde“.
In den Jahren nach seiner Italienreise beschäftigte Goethe sich zunächst vor allem mit der Naturforschung. 1790 veröffentlichte er seinen „Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären“, außerdem begann er mit seinen Untersuchungen zur „Farbenlehre“, die ihn bis ans Lebensende beschäftigen sollte.
1817 entstand „Geschichte meines botanischen Studiums“ , bis 1824 folgten in der Schriftenreihe „Zur Naturwissenschaft überhaupt“ Gedanken u.a. zu Morphologie, Geologie und Mineralogie.

Rudolf Joseph Lorenz Steiner

(* 27. Februar[1] 1861 in Kraljevec bei Čakovec, damals Königreich Ungarn und Kaisertum Österreich, heute Kroatien; † 30. März 1925 in Dornach, Schweiz) war ein österreichischer Esoteriker und Philosoph. Er begründete die Anthroposophie, eine gnostische Weltanschauung[, die an die christliche Theosophie, das Rosenkreuzertum sowie die idealistische Philosophie anschließt und zu den neumystischen Einheitskonzeptionen der Zeit um 1900 gezählt wird. Auf Grundlage dieser Lehre gab Steiner einflussreiche Anregungen für verschiedene Lebensbereiche, etwa Pädagogik (Waldorfpädagogik), Kunst (Eurythmie, Anthroposophische Architektur), Medizin (Anthroposophische Medizin) und Landwirtschaft (Biologisch-dynamische Landwirtschaft). …
Von 1884 bis 1897 war Steiner, anfangs noch parallel zu seinem Studium, Herausgeber der naturwissenschaftlichen Schriften Johann Wolfgang von Goethes. Er besorgte in dieser Zeit zwei Ausgaben, erst im Rahmen der Deutschen Nationallitteratur Joseph Kürschners, dann (ab 1890) als Mitarbeiter des gerade gegründeten Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar im Rahmen der sogenannten Sophienausgabe – nach der Begründerin des Archivs, Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach –, heute bekannt als die Weimarer Ausgabe. …
Die ersten von Steiner herausgegebenen Goethe-Bände wurden allgemein mit Wohlwollen aufgenommen und in manchen Rezensionen sogar außerordentlich gelobt. Sie trugen erheblich dazu bei, das naturwissenschaftliche Werk Goethes, der bislang fast ausschließlich als Dichter wahrgenommen worden war, bekannt zu machen. Schon früh und bald mit zunehmender Schärfe wurde allerdings bemängelt, dass Steiner in seinen Einleitungen nicht Goethes Weltanschauung darstelle, sondern seine eigene. Auf besonders scharfe und teils vernichtende Kritik stieß Steiners philologische Arbeit im Rahmen der Weimarer Ausgabe, wo ihm zahlreiche handwerkliche Fehler und Nachlässigkeiten angelastet wurden.

Johann Wolfgang von Goethe Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach

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