die bildhauer kunstakademie düsseldorf 1945 bis heute k20 u.a. mit erich reusch und klaus rinke in duesseldorf

Die Bildhauer Kunstakademie Düsseldorf, 1945 bis heute
20.02. — 28.07. 2013 – K20 GRABBEPLATZ

Von den an der traditionsreichen Düsseldorfer Kunstakademie lehrenden und studierenden Bildhauerinnen und Bildhauern gehen seit 1945 maßgebliche Impulse aus. Professoren wie Ewald Mataré, Erwin Heerich, Joseph Beuys, Klaus Rinke, Irmin Kamp, Fritz Schwegler, Rosemarie Trockel, Hubert Kiecol, Katharina Fritsch oder Rita McBride prägten und prägen die fruchtbaren Auseinandersetzungen innerhalb der Akademie auch über ihre Klassen hinaus. Und sie tragen mit ihrem Werk — wie auch viele ihrer Kollegen und ehemalige Studenten — wesentlich zur Entwicklung der Bildhauerei der vergangenen 70 Jahre bei.
Der Bildhauer Tony Cragg, seit vielen Jahren Professor und derzeitig auch Rektor der Akademie, gab den Anstoß für diese außergewöhnliche Überblicksausstellung aus der Innensicht der Kunsthochschule. Die ausgewählten Werke von 53 Künstlerinnen und Künstlern, von denen viele im Kontext der Akademie entstanden, machen ein ebenso überraschendes wie beeindruckendes Panorama international anerkannter, moderner und zeitgenössischer Skulptur sichtbar, in dem vertraute Werke mit unbekannten oder wiederentdeckten korrespondieren.
Der chronologisch angelegte Rundgang in den drei Sälen von K20 spannt den Bogen von den historischen Positionen der Nachkriegsjahre bis in die Gegenwart. Er zeigt, dass gerade die Vielfalt künstlerischer Haltungen und Überlegungen die Lehre entscheidend prägt: Die figürliche Skulptur hat ihre Erscheinungsweise geändert, nicht aber ihre Aktualität verloren; die traditionellen Materialien der Bildhauer — Bronze, Holz, Stein und Ton — sind nicht verschwunden, aber ebenso selbstverständlich arbeiten die Künstler mit industriell produzierten Werkstoffen und Alltagsgegenständen, mit vergänglichen Materialien, mit Licht, Luft, Geruch, Musik, Film etc.
Das Bestimmen bereits existierender Gegenstände steht gleichberechtigt neben konstruierenden und formenden Techniken, wobei neue Technologien es Abformens Werkprozesse erleichtern und bereichern. Das fruchtbare Nebeneinander von figurativer und abstrakter Bildhauerei, von traditionellen Materialien und neuen Werkstoffen, von Rückbezug auf die Tradition und Öffnung für außerkünstlerische Impulse und immer neue inhaltliche Fragen im Spannungsfeld zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftlichen Aufgaben bestimmt bis heute die Produktion der Bildhauerinnen und Bildhauer an der Düsseldorfer Akademie.
Die Ausstellung wurde in enger Kooperation zwischen der Kunstakademie und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen entwickelt.

http://www.kunstakademie-duesseldorf.de/
http://www.kunstsammlung.de/entdecken/ausstellungen/die-bildhauer.html

Kunst in drei Dimensionen Von Claudia Dichter

Bildhauerei ist längst nicht mehr nur die Arbeit mit Stein und Meißel. Wie vielfältig die dreidimensioonale Kunst ist, zeigt die Ausstellung “Die Bildhauer. Kunstakademie Düsseldorf, 1945 bis heute”.

Die 1773 gegründete Kunstakademie Düsseldorf gehört zu den renommiertesten Kunsthochschulen Deutschlands. Vor allem in der 2. Hälfte des 20. Jahhunderts haben hier wichtige Künstler gelehrt und das Kunstgeschehen maßgeblich beeinflußt. Neben der Malerei und Fotografie spielt die Bildhauerei eine große Rolle, und die Entwicklung der Bildhauerei seit 1945 ist jetzt erstmals in einer großen Übersichtsausstellung im K 20 zu sehen.
Akademierektor Tony Cragg, der selbst einer der wichtigsten zeitgenössischen Bildhauer ist, hat eine Auswahl von über 50 künstlerischen Positionen getroffen. Sie reicht von frühen Tierskulpturen Ewald Matarés über Werke von Joseph Beuys und Nam June Paik bis zu den großen Bronzeköpfen von Thomas Schütte oder riesigen verschraubten Holzschläuchen von Richard Deacon. Figürliche Skulpturen stehen neben abstrakten, der Skulpturbegriff wird auch ins Multimediale ausgedehnt. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine kleine Schau im Labor, dem Bereich der Abteilung Bildung. Hier darf man Kunstwerke berühren und die unterschiedlichen Oberflächen und Materialien ertasten. Eine wunderbare Ergänzung einer spannenden Ausstellung, die noch einmal das geballte Potenzial der Düsseldorfer Kunstakademie vor Augen führt!

http://www.wdr2.de/kultur/kritiker/bildhauer128.html

Erich Reusch
Seit 1956 habe ich erste dezentralisierte Skulpturen entworfen. Durch die Reduzierung der Einzelformen auf ein Minimum (Kuben, Scheiben oder Säulen) entstanden Spannungsfelder, die durch Verdichtung oder Auflösung beträchtliche Dimensionen erreichen. Wichtig war für mich in erster Linie der Gravitationsbezug der Formen untereinander, nicht die Pressung durch das Gewicht auf den Boden. Mit dieser Entscheidung löste ich mich von Bindungen der Skulptur an Vorder- und Seitenansichten. Bestimmend wurde der Ort der Setzung und sein Verhältnis zum umgebenden Raum. 1961 entstanden Skulpturen, deren sockellose Metallflächen in den Raum eindrangen, 1962 geschlossene und geöffnete Binnenräume, 1965 bodenbündige dezentralisierte Skulpturen, 1972 Volumina, die den umgebenden Raum verdrängen. Ab 1993 werden große Formen geschaffen, deren Außenflächen ihre geringe Materialstärke sichtbar werden lassen. In nachfolgenden Arbeiten wird der geöffnete Binnenraum durch unterschiedliche Radialachsen bestimmt. Es entsteht eine Fluktuation zwischen Binnenraum und dem umgebenden Raum. Entwurf Mahnmal Auschwitz.
http://www.erich-reusch.de/Vita.html

Klaus Rinke
I was born in 1939, in Wattenscheid, Germany. My father was a railway man, my grandfather was a railway man and my great-grandfather was a railway man. I grew up near a railway station with numerous railway tracks and railway clocks. As a child, the railway tracks served as my daily playground; at night the clocks became my moons. Early on I incorporated these clocks into my life. In the evening, when I was young, I was required to be at home at 8:00 PM on the dot or face severe reprimand, so I depended upon these clocks. Each day the ever-present clock faces slowly ticked their way inexorably towards the eminent hour of departure towards home — like time bombs for us in the midst of a real war — as each evening became a race against time. The exactitude of these railway clocks and their power over my freedom encouraged in me at a very young age a sense of discipline and the notion of exactitude. Later in my late 20´s and early 30´s the German railway clock and the notion of time and duration would become a major factor in my artistic expression.

Die Bildhauer an der Kunstakademie Düsseldorf – Klaus Rinke

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Rita McBride im K20 – Kunstakademie Düsseldorf mit Kunst

erich reusch klaus rinke in die bildhauer kunstakademie düsseldorf 1945 bis heute k20 duesseldorf

Die Bildhauer Kunstakademie Düsseldorf, 1945 bis heute
20.02. — 28.07. 2013 – K20 GRABBEPLATZ

Erich Reusch ./. Klaus Rinke – Impressionen zu “Die Bildhauer Kunstakademie Düsseldorf, 1945 bis heute” K20 GRABBEPLATZ

Von den an der traditionsreichen Düsseldorfer Kunstakademie lehrenden und studierenden Bildhauerinnen und Bildhauern gehen seit 1945 maßgebliche Impulse aus. Professoren wie Ewald Mataré, Erich Reusch, Joseph Beuys, Klaus Rinke, Irmin Kamp, Fritz Schwegler, Rosemarie Trockel, Hubert Kiecol, Katharina Fritsch oder Rita McBride prägten und prägen die fruchtbaren Auseinandersetzungen innerhalb der Akademie auch über ihre Klassen hinaus. Und sie tragen mit ihrem Werk — wie auch viele ihrer Kollegen und ehemalige Studenten — wesentlich zur Entwicklung der Bildhauerei der vergangenen 70 Jahre bei.
http://www.kunstakademie-duesseldorf.de/
http://www.kunstsammlung.de/entdecken/ausstellungen/die-bildhauer.html

Erich Reusch
Seit 1956 habe ich erste dezentralisierte Skulpturen entworfen. Durch die Reduzierung der Einzelformen auf ein Minimum (Kuben, Scheiben oder Säulen) entstanden Spannungsfelder, die durch Verdichtung oder Auflösung beträchtliche Dimensionen erreichen. Wichtig war für mich in erster Linie der Gravitationsbezug der Formen untereinander, nicht die Pressung durch das Gewicht auf den Boden. Mit dieser Entscheidung löste ich mich von Bindungen der Skulptur an Vorder- und Seitenansichten. Bestimmend wurde der Ort der Setzung und sein Verhältnis zum umgebenden Raum. 1961 entstanden Skulpturen, deren sockellose Metallflächen in den Raum eindrangen, 1962 geschlossene und geöffnete Binnenräume, 1965 bodenbündige dezentralisierte Skulpturen, 1972 Volumina, die den umgebenden Raum verdrängen. Ab 1993 werden große Formen geschaffen, deren Außenflächen ihre geringe Materialstärke sichtbar werden lassen. In nachfolgenden Arbeiten wird der geöffnete Binnenraum durch unterschiedliche Radialachsen bestimmt. Es entsteht eine Fluktuation zwischen Binnenraum und dem umgebenden Raum. Entwurf Mahnmal Auschwitz.
http://www.erich-reusch.de/Vita.html

Klaus Rinke
I was born in 1939, in Wattenscheid, Germany. My father was a railway man, my grandfather was a railway man and my great-grandfather was a railway man. I grew up near a railway station with numerous railway tracks and railway clocks. As a child, the railway tracks served as my daily playground; at night the clocks became my moons. Early on I incorporated these clocks into my life. In the evening, when I was young, I was required to be at home at 8:00 PM on the dot or face severe reprimand, so I depended upon these clocks. Each day the ever-present clock faces slowly ticked their way inexorably towards the eminent hour of departure towards home — like time bombs for us in the midst of a real war — as each evening became a race against time. The exactitude of these railway clocks and their power over my freedom encouraged in me at a very young age a sense of discipline and the notion of exactitude. Later in my late 20´s and early 30´s the German railway clock and the notion of time and duration would become a major factor in my artistic expression.

Nineteen-fifty-four. I was sitting at sunset amongst the reeds on a sidearm of the Lake of Constance at Ueberlingen. One the opposite bank, slim, long poplars and a church tower rose vertically into the skyline. The water was very quite — no movement. The whole scene was reflected in the smooth water of the enormous lake. I started to paint small water colors of the surrounding nature and then, larger more generous works as the sun slowly set. Then it became dark and I could no longer see any details of the landscape in front of me. I had produced water colors, all with the same motif. The fifth I made in the darkness; it was the most free and liberated drawing. When I finally stopped my work it was already night and I left for home.

Most recently, in 2002 the French architect Jean Nouvel invited me to Switzerland for EXPO 2002. Jean planned to construct a monolith out of steel, 34 meters square, which would float in the lake of Morat. I decided to place a huge railway clock, 3.4 meters in diameter, into the lake which would give the real time of the lake. The lake of Morat is very old and originated in the Ice Age. Both projects, his monolith and my piece, the “Einstein Clock”, seemed to float in the water like remnants from an old, long buried civilization.

In general, if one were to summarize my vision of art it would be this: Art is living together with each other at the same time, earthbound to the same globe. Some people come earlier into this life, some people later but all in a time structure measured by instruments.

http://www.klausrinke.com/autobiography.htm

Erich Reusch und Klaus Rinke im K20 – Die Bildhauer

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Rita McBride und Hubert Kiecol als Skulptur – Rinke Kunstakademie

K20 Wiedereröffnung: Sehschule auf höchstem Niveau – Ernst, Kandinsky, Klee, Mondrian, Schwitters, Beckmann, Bacon

“Atemberaubend, unwiderstehlich, magisch”, hießen die drei Eigenschaften, die Werner Schmalenbach von Kunstwerken erwartete. Wenn sie diese Wirkung nicht erreichten, kam für ihn ein Ankauf nicht in Frage. Er lehnt ab. Nun sind das durchaus keine kunsthistorischen Kriterien, keine irgendwie objektivierbaren Qualitätsmaßstäbe. Schmalenbachs manchmal einsame Entscheidungen beruhten allein auf der Wirkung der Bilder – auf ihn, den empfänglichen wie geschulten Sammler, den autokratischen Alleinentscheider und legendären Gründungsdirektor. Und gerade deshalb – was oft genug vergessen wird – konnte das Bilderwunder von Düsseldorf gelingen: Mit dieser radikal subjektiven, auf die besondere visuell-sinnliche Wirkung der Werke gezielte Auswahl, eine Kunstsammlung von Weltrang aufzubauen.

Es ist das große Verdienst von Marion Ackermann im Stammhaus der Kunstsammlung, gegen das fortgesetzte Ausfransen, Verzweigen und Erweitern, Schmalenbachs Hohe Sehschule wieder zu Glanz und Geltung zu bringen. Also völliger Verzicht auf alle zwischenzeitlich angekauften Beuys, Becher, Paik, Baselitz, Lüpertz, Kirkeby, Lassnig, Truell, Förg, Knoebel, Nitsch, Mario Merz, Richter, Wall.
Gerade mal zehn Werke aus 18 Jahren Sammeltätigkeit von Armin Zweite finden Aufnahme in der aktuellen Ackermann-Hängung – ausschließlich solche, die den schmalenbach´schen Kanon nach innen verdichten, Werke von René Magritte, Salvator Dali, Max Ernst, Chaime Soutine, oder Ellsworth Kelly. Ackermann lässt Schmalenbachs Konzept triumphieren. Als Zweite das Haus schon längst verlassen hatte und man sich in Düsseldorf quälend lange um eine Nachfolge bemühte, kam von ihm aus München der Hinweis auf Marion Ackermann.

Damit stellen sich zwei Fragen: Wohin mit dem Rest? Oder: Wie könnte es gelingen, der Kunstsammlung K20 eine ebenbürtige Kunstsammlung K21 an die Seite zu stellen? Bisher fand in Düsseldorf auf diese Frage niemand eine Antwort. Marion Ackermann aber wird sich der Frage nach der Zukunft des K21 noch stellen.

Die zweite Frage zielt auf den Kern der Sammlung selbst: Läßt sich der Kanon der Moderne – von Schmalenbach noch selbstverständlich in “Kunst vor 1945? und “Kunst nach 1945? unterteilt – heute noch vermitteln? Ist 1945 noch der Fixpunkt, um den sich in der Kunst alles dreht? Erst vor dem Hintergrund der politischen Verwerfungen und kulturellen Abstürze des desaströsen 20. Jahrhunderts erhellen sich die Bilder und können selbst die autonomsten Meisterwerke der Sammlung ihre „magische” Wirkung entfalten. Könnte es nicht sein: Je mehr das Datum 1945 verblasst, desto verstaubter wirkt die Düsseldorfer Sammlung? Da hilft dann auch keine Sanierung der vergilbten Deckenbeleuchtung mehr.

Das vor allem könnte die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen sein: Eine Sehschule auf höchstem Niveau und ästhetische Erziehung im Fach Moderne Kunst, eines Kanons, der weltweit immer noch zieht, aber längst angegriffen und obsolet erscheint. In Düsseldorf ist er angefangen bei den Fauves, über die Kubisten, die Surrealisten mit dem Schwerpunkt Max Ernst, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Mondrian, Kurt Schwitters, Max Beckmann, Francis Bacon bis zu den Amerikanern der sechziger und siebziger Jahre mit einer Reihe Meisterwerke präsent, die locker das Doppelte der Baukosten auf dem internationalen Kunstmarkt einspielten. Das alles kreiste freilich um das Zentralmassiv der Sammlung von elf weltberühmten Picasso-Gemälden.
Das allerdings hat Ackermann geschliffen. Nicht mal alle Picassos sind ausgestellt. Selbst absolute Meisterwerke wie Femme au miroir aus dem Jahr 1937 hängen ungünstig und Picassos Deux femmes nues assises von 1920, hat sie längst nicht den Platz eingeräumt, der diesem Gemälde zusteht. Schmalenbach hielt es für das Spitzenbild der Sammlung: Das großartigste überhaupt.

Viel zu unentschieden stellt sich Ackermanns Eröffnungs-Auslese dem Publikum. Die Hierarchien sind durcheinander geraten. Als gäbe es zwischen den absoluten Highlights der Sammlung und weniger zentralen Werken keine Unterschiede. Schmalenbach selbst konnte souverän über die Schwächen seiner Ankäufe sprechen. Hier aber werden Unterschiede verwischt und die Seh-Schüler verunsichert, wenn zum Beispiel ein zweitraniges, eher konventionelles Portrait der Kunsthändlerin Mutter Ey von Otto Dix einen Ehrenplatz einnehmen darf. Das wäre zu verschmerzen. Doch an anderer Stelle gerät die Sammlung aus dem Gefüge.

Kunstsammlung K20 Kurt Schwitters Schmalenbach Max Ernst

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Marion Ackermann Sehschule Picasso Sammlung Ernst Klee Kunst

K20 Wiedereröffnung: Kris Martin, Heißluftballon

Die zwei neuen Hallen – die untere umfasst 1100 Quadratmeter und eine lichte Höhe von 6,40 Meter, die obere bietet 900 Quadratmeter und 4,90 Meter Höhe – bieten genügend Spielraum für spektakuläre Installationen und Wechselausstellungen.

Das belegen bis 8. August (danach wird die Beuys-Ausstellung aufgebaut) zwei Künstler. Für seine Installation im Erdgeschoss hat Michael Sailstorfer 900 Schläuche von LKW-Reifen zu länglichen Gebilden verknotet, unter der Decke hängt ein wunderliches Wolkenkuckucksheim mit leichtem Gummigeruch.
Oben präsentiert der Belgier Kris Martin einen liegenden Heißluftballon. Die riesige Hülle ist halb aufgeblasen und begehbar – eine überraschende sinnliche Erfahrung.

Wie vor einem Start liegen Ballon und Korb auf dem Boden. Im Hauptraum wird der Ballon von Ventilatoren aufgeblasen, bis der leicht flatternde Stoff an die Mauern des Gebäudes stößt. Es entsteht ein surrealer Effekt: Die Besucher treten durch die Öffnung des Ballons in den Raum ein, wie in den Bauch eines Walfischs.
Kris Martin greift ein romantisches Thema auf: Der Traum vom Fliegen mit einem archaischen Gefährt. Angetrieben nur durch Flammen und heiße Luft schwebt ein Ballon fast geräuschlos über die Erde. Die Installation im Galerieraum verkehrt diese Metapher für Freiheit aber in eine geradezu klaustrophobische Fantasie. Der Ballon will fliegen, doch der White Cube hält ihn fest im Griff.

Michael Sailstorfer Ballon K20 Kris Martin Installation

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