Heinrich Heine Preis 2012 Juergen Habermas Alexander Kluge Kultur Düsseldorf

Announcement-Trailer: Den Heine-Preis der Stadt Düsseldorf erhielt 2012 der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas für sein Lebenswerk. Als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen der Gegenwart, rügte Jürgen Habermas auch in seiner Dankesrede den “Kleinmut” der heutigen Gesellschaft. Die Laudatio hielt Alexander Kluge.
[full versions ./. parts in kw 51 2012]

Sie begreife die Zukunft nicht mehr als Herausforderung, auf die man Antworten finden müsse, sondern nehme sie als alternativlos hin, sagte er. Dass es keine Alternativen gebe, schärfe auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Bürgern ein.

Die Jury sieht in dem 83-jährigen Habermas einen der weltweit bedeutendsten Denker unserer Zeit. Habermas setze sich unermüdlich für ein demokratisch verfasstes Deutschland ein und trage zu den gesellschaftspolitischen Debatten Europas bei, heißt es in der Begründung.

In seiner Rede warf Habermas die Frage auf, was uns der Schriftsteller Heinrich Heine (1797-1856) heute noch sage. Heine sei durch die Umbrüche nach der Französischen Revolution geprägt gewesen. Mit seinen Gedichten habe er sich immer wieder in politische Debatten eingemischt. “Was uns von Heine unterscheidet, ist Kleinmut”, sagte Habermas.

http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/kultur/juergen-habermas-mit-heine-preis-ausgezeichnet-1.3106374

Der Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf ist ein zu Ehren von Heinrich Heine verliehener Kulturpreis. Er wurde von der Stadt Düsseldorf anlässlich des 175. Geburtstags Heines gestiftet. Die Auszeichnung wird an Persönlichkeiten verliehen, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten“.

http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich-Heine-Preis_%28Stadt_D%C3%BCsseldorf%29

Alexander Kluge und Jürgen Habermas – der Heinrich Heine Preis

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Stadt Düsseldorf – Philosoph und Soziologe – Heine-Preis

Prof Ludger Schwarte in der Kunstakademie Düsseldorf – Kongress Experimentelle Aesthetik Part 1

Der Kongress verfolgt das Ziel, das Verhältnis von Experiment und Ästhetik historisch und systematisch zu durchleuchten. Die Ästhetik als Wissenschaft von der sinnlichen Erkenntnis beruft sich in den vielfältigen Theorien der ästhetischen Erfahrung auf Kunst- und Naturerfahrungen, auch auf Alltagserfahrungen, auf außergewöhnliche Objekte, Situationen undEreignisse.
Während die Aufmerksamkeit bislang eher den Besonderheiten ästhetischer Erfahrung galt, blieben Fragennach dem Status, nach der Methodik und nach der Darstellungsweise dieser Erfahrungen in der Theorieproduktion bislangweitgehend unbeantwortet.
Dennoch lässt sich nicht nur in den Künsten ein intensiviertes, eigensinniges und ergebnisoffenesExperimentieren beobachten: Auch in der Ästhetik werden vielfältige Formen reflexiven Experimentierens praktiziert. Das Verhältnis von Experiment und Ästhetik soll an drei Schwerpunkten untersucht werden:. Kultur des ExperimentsDas Experimentieren in den Künsten und Wissenschaften seit der Frühen Neuzeit, das zur Ausformulierung dessen beiträgt, was seit Baumgarten als Ästhetik auftritt.
Erprobung der Sinne
Eine Relektüre der »experimentellen Ästhetik«, die sich Ende des 19. Jahrhunderts formiert (Nietzsche, aber auch Helmholtz, Wundt, Fechner, Lipps, Volkelt, Vischer usw.) und heute in Forschungen zur Sinnesphysiologie, zur Kognitionstheorie und zur Wahrnehmungspsychologie weiterwirkt.
Versuchsanordnung
Stellenwert des Experiments in der Ästhetik heute.
Das Kongressprogramm umfasst Beiträge, die das Experiment mit künstlerischen Techniken, Stoffen oder Verfahren, diesystematische Erprobung der Sinne, die Arbeit an der Wahrnehmung oder die Methoden der Ästhetik selbst thematisieren.Wir versprechen uns davon genauere Einsichten und neue Perspektiven hinsichtlich der Analyse ästhetischer Erfahrung,hinsichtlich des Experimentierens in den Künsten und der daraus erwachsenden Anforderungen an die Ästhetik sowie hin-sichtlich der Methodik ästhetischer Forschung.

Prof Ludger Schwarte Wahrnehmung Experimentelle Aesthetik

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Kongress Ästhetik Erfahrung Kunstakademie Düsseldorf ästhetisch

Friedrich Springorum – Gespräch Teil 3 – Sokrates – Platon – Aristoteles

Nikomachische Ethik
Die Nikomachische Ethik (altgriechisch ἠθικὰ Νικομάχεια, ēthiká Nikomácheia) ist die bedeutendste der drei unter dem Namen des Aristoteles überlieferten ethischen Schriften. Da sie mit der Eudemischen Ethik einige Bücher teilt, ist sie möglicherweise nicht von Aristoteles selbst in der uns erhaltenen Form zusammengestellt worden. Warum die Schrift diesen Titel trägt, ist unklar. Er bezieht sich möglicherweise auf Aristoteles’ Sohn Nikomachos, auf seinen gleichnamigen Vater oder eine andere Person dieses Namens.

Ziel der Nikomachischen Ethik
Ziel dieses Werkes ist es, einen Leitfaden zu geben, um zu erlernen, wie man ein guter Mensch wird und wie man ein glückliches Leben führt. Da hierfür der Begriff des Handelns zentral ist, ist bereits im ersten Satz davon die Rede: „Jedes praktische Können und jede wissenschaftliche Untersuchung, ebenso alles Handeln und Wählen, strebt nach einem Gut, wie allgemein angenommen wird.“[1] Ein Gut kann dabei entweder nur dazu da sein, ein weiteres Gut zu befördern, oder sowohl ein anderes Gut befördern als auch “um seiner selbst Willen erstrebt werden”, oder aber es kann als höchstes Gut das Endziel allen Handelns darstellen. Dadurch wird das Werk insgesamt durch die Frage bestimmt, wie das höchste Gut, oder auch das höchste Ziel, beschaffen und wie es zu erreichen ist.

Glückseligkeit
Die erste Antwort des Aristoteles auf die Frage nach dem Wesen des höchsten Gutes ist, dass die Glückseligkeit (eudaimonía) das höchste Gute ist. Sie ist ein seelisches Glück. Das folgt für Aristoteles daraus, dass die Glückseligkeit für sich selbst steht – sie ist nicht, wie andere Güter, lediglich Mittel zum Zweck. Im Gegensatz zu anderen Gütern erstreben wir Glückseligkeit um ihrer selbst willen. Sie ist, wie Aristoteles sagt, „das vollkommene und selbstgenügsame Gut und das Endziel des Handelns.“ (1097 b20)

Ergon-Argument
Um den eigentlichen Inhalt der Glückseligkeit zu bestimmen führt Aristoteles das Ergon-Argument ein. Hierbei geht er von einem Essentialismus aus, welcher besagt, dass jedes Wesen durch Eigenschaften gekennzeichnet ist, die es ermöglichen, dieses Wesen von anderen Wesen abzugrenzen. Des Weiteren verfolgt er einen eigenen Perfektionismus, welcher die Erfüllung der Bestimmung des Wesens von der Ausbildung seiner Wesenszüge abhängig macht.

Das Wesen des Menschen findet man in der Betrachtung seiner spezifisch eigentümlichen Leistung, welche ihn von anderen Lebewesen unterscheidet. Diese ist das Tätigsein der Seele gemäß dem rationalen Element (der Vernunft) oder jedenfalls nicht ohne dieses. Daneben ist es entscheidend, dass der Mensch seine Vernunft sowohl auf vollendete Weise einsetzt als auch in seinem ganzen Leben und mehr zur Geltung bringt. „Und mehr“ bedeutet in diesem Fall, dass sogar die Hinterlassenschaften des Menschen (etwa Kinder) von der intensiven Nutzung seiner Vernunft zeugen.

Diese drei Argumente – Tätigsein der Seele gemäß der Vernunft, Tätigsein auf eine vollendete Weise und in einem vollen Leben – werden allgemeinhin als erste Glücksdefinition des Aristoteles betrachtet.

Dreiteilung in äußere, körperliche und seelische Güter
Zur Erlangung von Glückseligkeit ist, so gesteht Aristoteles zu, nicht nur vernunftgemäße Betätigung der Seele nötig, sondern auch erstens äußere und zweitens körperliche Güter. Äußere Güter sind etwa Reichtum, Freundschaft, Herkunft, Nachkommen, Ehre und ein günstig gestimmtes persönliches Schicksal. Gesundheit, Schönheit, physische Stärke, Sportlichkeit entsprechen körperlichen bzw. inneren Gütern des Körpers. Aus der vernunftgemäßen Betätigung der Seele ergeben sich die seelischen Güter, die Tugenden.

Die äußeren Güter ordnet Aristoteles dem zufälligen Glück zu, der eutychia. Körperliche Güter sind teils ebenfalls von Zufall abhängend (z.B. unter Umständen Schönheit), teils aber auch auf eigenes Handeln (z.B. durch Sport oder Ernährung) zurückzuführen. Seelische Güter dagegen können nur von wirklich guten Menschen erlangt werden. Alles zusammen ergibt eine Glückseligkeit, die Aristoteles in seinem Werk nur kurz erwähnt: Die des „vollkommen glücklichen Menschen vor und nach seinem Leben“. Dieser Mensch ist dann wahrhaft glücklich, oder anders: er ist makarios.

Praktische und theoretische Lebensweise
Aristoteles definiert die Glückseligkeit als eine Tätigkeit der Seele gemäß der vollkommenen Tugend (arete) in einem vollen Menschenleben. Allerdings können bestimmte dianoetische Tugenden nicht von jedem in vollkommener Form erreicht werden. Daher gibt es laut Aristoteles zwei grundlegende Weisen, wie ein glückliches Leben möglich ist.

Die am Stärksten vollkommene Glückseligkeit besteht im bios theoretikos, im kontemplativen Leben. Dieses schließt wissenschaftliche Betätigung, Gebrauch der Vernunft (Nous) in die für den Erkenntnisgewinn grundlegenden Wahrheiten, und Erlangung von Weisheit ein. Auch die übrigen Tugenden sind bei dieser Lebensweise vollkommen ausgebildet, stehen aber nicht im Mittelpunkt des Handelns.

Da einige Menschen sich von Natur aus nicht zu dieser Lebensweise eignen, weil sie laut Aristoteles insbesondere nicht in vollendeter Form über die Vernunft verfügen und dieses auch als einzige Tugend überhaupt nicht angebildet werden kann, gibt es eine zweite Lebensweise. Das bios praktikos, das praktische Leben, beschränkt sich auf den vollkommenen Gebrauch der Vernunft in Bezug auf kontingente Tatsachen, d.h. auf den Gebrauch von Klugheit und Kunstfertigkeit in Verbindung mit den Ethischen Tugenden.

[ Jimmy Wales, Wikipedia]

Friedrich Springorum Aristoteles Leben Güter Glückseligkeit

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Mensch Vernunft Wesen Tugend Menschen Handeln Seele Lebensweise

Survey Trailer – Schubert und prakt. Philosopie – G. Goetzen – Friedrich Springorum – Düsseldorf

zu Gerhard Goetzen:
Franz Schubert – „Die Winterreise”
Schuberts „Winterreise” ist im Herbst 1827 vollendet worden, doch 12 der 24 Lieder wurden schon zuvor veröffentlicht. Schlußpunkt dieser 1. Zyklushälfte bildet das Lied „Einsamkeit”.
Es setzt somit auch eine Art vorläufiges Ende.
Die „Winterreise” ist geprägt von Trauer, Lebensunlust und Sinnlosigkeit des Daseins. Daher resultieren auch die übermäßig vielen Lieder in Moll-Tonarten. In den ersten 12 Liedern sind lediglich zwei in Dur gehalten („Der Lindenbaum” und „Frühlingstraum”). Das Spiel in Moll war für Schubert ein Symbol seines eigenen Lebens. Es war ein Leben von Schwermut geprägt und von Krankheit gezeichnet. Schubert selbst hatte sein größtes Leid und vielleicht auch die größte Ehre seines Lebens erfahren, als er ein Jahr zuvor beim Tod Beethovens als Fackelträger dem Begräbnis beiwohnte. Der Tod seines Idols hatte ihn dabei schwer getroffen und ihm eine Last auferlegt, da er innerlich stets die Meinung vertrat, daß es niemanden geben könne, der Beethoven in kompositorischer Qualität überlegen sein würde. Er selbst fühlte sich jedoch mit diesem Erbe verbunden und sollte diesen Titel später auch in Anspruch nehmen.

zu Friedrich Springorum:
Nikomachische Ethik
Die Nikomachische Ethik (altgriechisch ἠθικὰ Νικομάχεια, ēthiká Nikomácheia) ist die bedeutendste der drei unter dem Namen des Aristoteles überlieferten ethischen Schriften. Da sie mit der Eudemischen Ethik einige Bücher teilt, ist sie möglicherweise nicht von Aristoteles selbst in der uns erhaltenen Form zusammengestellt worden. Warum die Schrift diesen Titel trägt, ist unklar. Er bezieht sich möglicherweise auf Aristoteles’ Sohn Nikomachos, auf seinen gleichnamigen Vater oder eine andere Person dieses Namens.
Inhaltsverzeichnis

Ziel der Nikomachischen Ethik
Ziel dieses Werkes ist es, einen Leitfaden zu geben, um zu erlernen, wie man ein guter Mensch wird und wie man ein glückliches Leben führt. Da hierfür der Begriff des Handelns zentral ist, ist bereits im ersten Satz davon die Rede: „Jedes praktische Können und jede wissenschaftliche Untersuchung, ebenso alles Handeln und Wählen, strebt nach einem Gut, wie allgemein angenommen wird.“[1] Ein Gut kann dabei entweder nur dazu da sein, ein weiteres Gut zu befördern, oder sowohl ein anderes Gut befördern als auch “um seiner selbst Willen erstrebt werden”, oder aber es kann als höchstes Gut das Endziel allen Handelns darstellen. Dadurch wird das Werk insgesamt durch die Frage bestimmt, wie das höchste Gut, oder auch das höchste Ziel, beschaffen und wie es zu erreichen ist.

Franz Schubert und Nikomachische Ethik in Winterreise

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