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Interview – Düsseldorfer Schauspielhaus – Düsseldorf – JeruVille – Container – jüdische Gemeinde – kulturelle Hintergründe – Spiel – Problematik der Jugendgewalt – Szene – jugendlich – begehbare Containerstadt – filmische Dokumentation – Darsteller – Frage – künstlerisch – Französisch – öffentlich – Juni – Herkunft – Anordnung – Petra Lammers – relevant – Gespräch – Gruppe – Festival – Saskia Vollmer – Schauspieler – Düsseldorfer – spannend – Gestaltung – Städtebau-Integrationsmodell – Text – UN – DogVille – Thema – Arbeit – Ausstattung – Konzept – geplant – Kinder – Vorurteil – Proband – Mitte – russische Prinzessin – Leben – Projekt – begehbar – da sein – Leben in der Stadt – monotheistisch Religion – Probe – Vorbereitung – treffen – sozialer Hintergrund – Name – Aufführung – Fragestellung – Team – Härte – Fracht – Generation – Lars – spielen – Bewegung – Kultur – Gustaf-Gründgens-Platz – Zusammenarbeit – Architekt – Monte – Schritt – Inspiration – Zuschauer – Prozess – Begegnung – jung – Jerusalem –

Schauspielhaus Düsseldorf – Podiumsdiskussion – Unklarheiten um Schließung und Sanierung

Zu einer Podiumsdiskussion lud der Intendant des Schauspielhaus Düsseldorf, Wilfried Schulz, die Herren Michael Köhler (WDR, Moderation), OB Thomas Geisel, Architekt Christoph Ingenhoven und Bernd Neuendorf (NRW Ministerium) in die derzeitige Ausweichstätte des Schauspielhauses (Central an der Worringerstr) ein.

Dieser erste (fragmentarische) Beitrag gibt die erste Phase der Podiumsdiskussion wieder, in der die grundlegenden Fakten und Aspekte benannt wurden, die den derzeitigen Stand der Dinge umfassen. Da Anlass besteht, die Problematik übergreifend zu behandeln und auf das Geschehen im Düsseldorfer Kulturbetrieb insgesamt zu beziehen macht es Sinn, über die Ergebnisse der Podiumsdiskussion umfassend und lohnend in mindestens 3 Artikeln zu berichten.

Läßt sich der Stand der Dinge schon jetzt kommentieren ?

Wohl aus Sicht des Intendanten wurde diese Podiumsdiskussion notwendig, da die öffentliche Debatte um die vorübergehende Schließung des Schauspielhauses am Gustav-Gründgens-Platzes durch kolportierte in verschiedenen Medien veröffentlichte Interpretationen von “Denkvorstössen” des Düsseldorfer OBs hinsichtlich eines möglichen Abrisses und einhergehenden Neubaus an anderem Ort nicht nur an Spannung gewann, sondern auch zu Irritationen in der Öffentlichkeit führte.

Die vorgegebene Problematik mag komplex erscheinen: das Düsseldorfer Schauspielhaus (1971 eröffnet, Grundsteinlegung 1965, damalige Kosten ca. 40 Millionen DM, “Ikone der Architektur”) wird in der ersten Phase saniert (“technische Innensanierung”, “Basis-Sanierung”), die zweite Phase der “Außensanierung” steht noch an (resp. ist Diskussions / Entscheidungsgegenstand in den jeweiligen Gremien) und zugleich soll die Umsetzung der Planung des Koe-Bogens 2 starten – ein umfassendes städtebauliches Projekt, welches nach Abschluss des Kö-Bogens 1 ( Verweis Kö-Bogen 1 ) zentrale stadt-räumliche Situation am Ende der Königsalle und der Schadowstr ( Verweis Ingenvoven ) neu gestalten wird.

Der eifrig, emsig und zirkelnd wirkende neue Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, Wilfried Schulz (angereist aus Dresden: Verweis Schulz ) sieht sich nun in einer prekären Situation gefordert, die für ihn gekennzeichnet ist duch

eine fehlende Haupt-Spielstätte, eben dem Schauspielhaus,
einer Ausweichspielstätte, die mehr eine Probe- und Experimentierbühne darstellt – und –
wohl das Wesentliche: währenden Unwägbarkeiten und Unsicherheiten

in der weiteren team-bildenden und -haltenden Planung, der weiteren allgemeinen Organisation, des weiteren operativen Bühnengeschehens, der weiteren Planung und Aufrechterhaltung der Spielzeit etc. etc.

Es hat den Anschein, er setze entsprechend seinem selbstgesteckten Ziel – der Umsetzung eines “bürgernahen Sprechtheaters” – eben dem/der “Bürgertheater/bühne” – auch auf Transparenz und Öffentlichkeits(mit)wirkung. Insofern ist zu verstehen, dass er eine Podiumsdiskussion bemüht, um den Versuch zu unternehmen, Klarheit in die bestehende Situation zu bringen und die Öffentlichkeit zum einen zu informieren und zum anderen möglicherweise in der Auseinandersetzung mit den im Gesamtprozess involvierten Partnern, Entscheidunsgträgern und Mitwirkenden lösungsorientierte Ansätze zu diskutieren – zumindest zu präsentieren – d.h. so wie er sagt: den offenen “freien Diskurs” zu führen.

Mögliche Folgerung … und wie es weitergeht

Wie dem auch sein – bei dem Projekt Düsseldorfer Schauspielhaus in Kopplung mit dem Projekt Kö-Bogen 2 handelt es sich nicht um ein Stadtbezirksprojekt preiswerter Klasse. Es geht hier um mehr – es sind Dimensionen, die das Haushalts-Budget einer deutschen mittelgroßen Stadt duchaus sprengen können / könnten – auch wenn das jeweilige Bundesland (in dem Falle NRW) als finanztechnischer Absicherer, Beteiligter und Mitwirker zur Seite steht. Die Kulturstadt Düsseldorf greift ein solches Projekt großer Dimension auf – Kultur (das Schauspielhaus) wird verbunden (über die städtebauliche Integration) mit einem großen konsumorientierten Projekt (eben dem Kö-Bogen 2) – dies zieht komplex verzweigte Finanz-Strömungen, -Abhängigkeiten und -Verantwortlichkeiten nach und mit sich – und diese wiederum taktisch strategiebedingte Aktionen der Beteiligten auf höherem politischem bzw. wirtschaftlich materiellem Niveau. Die immer wieder denkbare Frage wäre nur, wer in diesem komplexen Verbund und Gemisch aus marktwirtschaftlich wirkendem Investitions-Interesse und Kommunal-, Kultur- und Landespolitik instrumentalisert werden kann – und das an seinem eigenen Interesse vorbei.

( Der erste Bewegtbild-Beitrag (von dreien) liefert vorerst den Stand der Dinge bzgl. der bestehenden Schließung / Sanierung der Architektur-Ikone Schauspielhaus und deutet die Kopplung zum Kö-Bogen-Projekt an. Die komplexe Problematik und insbesondere die Erörterung der Wechselwirkungen zwischen kultur- und kommunalpolitischem Handeln auf der einen und marktwirtschaftlichem Agieren auf der andern Seite erfodert die lohnende Abhandlung in Form von mindesten drei Beiträgen. )

Die Protagonisten … wie sie wirken und was sie sagen (in der ersten Diskussionsphase)

Der Moderator Michael Köhler wirkte in seiner Moderation immer wieder mal andeutungsweise anzüglich und tendenziös, insbesondere in den Fragen an OB Geisel – dies mag unter Entertainment-Gesichtspunkten und zur Belustigung der geladenen Gäste gerechtfertigt sein – erscheint aber im sachlich aufgezeigten Kontext als unnötig – ein mit Mehrheit gewählter OB muss nicht vorgeführt werden, nur weil er städtische Finanzierungen größeren Ausmaßes in einer öffentlichen Debatte diskutiert sehen will.

OB Thomas Geisel versuchte hier zu parieren – es konnte endgültig noch nicht beurteilt werden, ob ihn mehr das Tendenziöse in den Fragestellungen oder der sachliche Inhalt irritierte. Jedenfalls “räumte” er genervt gleich zu Beginn das “Aufregerthema”, er wäre für einen Abriß des Schauspielhauses, “vom Tisch”.
Er bezeichnete das Schauspielhaus als einen “städtebaulichen Leuchturm”, den es zu erhalten gelte.

Architekt Ingenhoven blieb vorerst angemessen sachlich und trug zur Aufklärung einiger Detailfragen bei. Er erläuterte das duchaus “große” Werk des Schauspielhaus Architekten Pfau – dessen Werk er im Gegensatz zu der herkömmlichen Nachkriegsarchitektur als herausragend bezeichnete: Das “Schauspielhaus als Repräsentant einer herausragenden Nachkriegsarchitektur” – es handele sich gegenüber der konventionellen Architektur um eine “vorsichtigere, tastendere, amorphere Architektur – eine sich bewußt um ein demokratisch architektonisches Verständnis bemühende Architektur”.

Staatssekretär Bernd Neuendorf erklärte, dass für ihn die “Denkvorstösse” des OBs “überraschend” waren, die Sachlage aber in nachgelagerten Gespräche geklärt werden konnte. Er verwies darauf, dass man sich schon vor einem Jahr auf einen “5 Punkte Plan” geeinigt hätte, und das dieser Plan den Bestand des Schauspielhauses vorsähe. Die erste Sanierungsphase würde von der Landesregierung mitgetragen.

Podiumsdiskussion | Schauspielhaus Düsseldorf | Wilfried Schulz

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Architektur-Ikone Schauspielhaus Kö-Bogen OB Geisel

D-Haus Gilgamesh Saison 2016 2017 Wilfried Schulz Christian Erdmann Kultur Düsseldorf Vontobel

Im D-Haus (Schauspielhaus Düsseldorf) begann unter Wilfried Schulz die Spielzeit 2016/17 mit “Gilgamesh” (u.a. Christian Erdmann, Roger Vontobel) zur Kultur Düsseldorf.

Gilgamesh – Roger Vontobel inszeniert das Ur-Epos in Düsseldorf zur Eröffnung der Intendanz von Wilfried Schulz
Stadt als leichte Beute
von Andreas Wilink

Düsseldorf, 15. September 2016. Vor uns die Sintflut. So weit geht es zurück. Man möchte das U in dem mythischen Urlaut ganz lang ziehen: Uuuuur, um das Echo aus dem tiefen Zeitbrunnen zweieinhalb Jahrtausende vor Christus auch akustisch zu erahnen. Uruk im sumerischen Zweistromland war die erste Großstadt der Welt, umgeben von einem Schutzwall für die vermutlich 30.000 bis 70.000 Einwohner. Das in differierenden Fassungen tradierte “Gilgamesh”-Epos, sehr viel schmaler als die Odyssee, ist nur fragmentarisch enthalten: 3000 Verse existieren als “wahrhaft gigantische Bruchstücke”, so der bewundernde Rilke.
http://www.nachtkritik.de/index.php?o…

Kritikenrundschau (by Nachtkritik.de)

“Vontobel zieht alle Register, um das Archaische des Stoffes in Szene zu setzen”, schreibt Dorothe Krings in der Rheinischen Post (17.9.2016). “Und er hat einen Hauptdarsteller, der zwischen den Zeiten wandeln kann”. Auch wenn die Kritikerin neben vielen Stärken auch einige Schwächen des Abends benennt, ist der Intendanz Schulz aus Ihrer Sicht in Düsseldorf ein “starker Auftakt mit einem vorsintflutlichen Text “gelungen, der der Gegenwart viel zu sagen hat. “Das Schauspielhaus hat die Planen hochgezogen, hat lebendige Kunst freigesetzt mitten in der Stadt. Das kann nun wirken.”

Ein bisschen hinterfotzig sei es schon, dass Roger Vontobel die Spielzeit mit ´Gilgamesh´ eröffnet, schreibt Egbert Tholl mit Blick auf den Theaterumbau, der das Spielen in einer Ausweichspielstätte erzwang, in der Süddeutschen Zeitung (17.9.2016). “Das Epos endet mit einem Bauvorhaben”. Doch die Wirkung der Spielstätte sei kolossal. “An einer Stelle der Stadt, wo Düsseldorf vollkommen jeglichem Klischee der Stadt der Reichen entspricht, zieht das Zirkuszelt nun für ein paar Wochen Besucher an, die entweder ein völlig neues Theatererlebnis erfahren oder sich vielleicht zum ersten Mal trauen, einen Kulturtempel zu betreten, der halt gar nicht wie einer aussieht.” Die Inszenierung ist aus Sicht des Kritikers “echtes Jungs-Theater” beziehungsweise “großes Zampano-Theater”. Die “Jungs” graben in der Mitte des Zirkus im Lehm, “schmieren sich voll, raufen, tanzen, sind allesamt, nicht nur die ausgewiesenen Tänzer, von großer physischer Elastizität und machen eine Zeit lang munteres Körpertheater zu Murenas Musik”. Doch zunehmend sei der Abend vom Zerfall geplagt.

“Vieles an diesem Abend wirkt behauptet, künstlich deklamiert, die brachiale Archaik aufgesetzt, manches sogar unfreiwillig komisch – etwa, wenn Gilgamesh auf seiner Wüstenwanderung beginnt, Sandburgen zu bauen und Enkidu Mehlkreise ums Zelt zieht”, so Dorothea Marcus in der Sendung “Kultur heute” vom Deutschlandfunk (16.9.2016). Auch das schöne Schlußbild “eine programmatische Öffnung zur Stadt, die an dieser Stelle sonst nur eine besonders exklusive Shopping-Meile ist” rettet aus ihrer Sicht die “altbackene, pathetisch hochgeschraubte Inszenierung” leider nicht.

Extralang anhaltende Ausschläge auf dem Applausometer. Düsseldorf darf wieder auf Holz klopfen”, schreibt Jens Dirksen auf dem WAZ-Portal Der Westen (17. 9.2016). “Am Ende, nach all den Schlammschlachten und Kämpfen um Ruhm für die Ewigkeit, werden die Zelt-Leinwände hochgehen und der König schreitet nach draußen auf die Kö und schreit: ´Klopft die Fundamente ab, prüft das Mauerwerk…!´ Das ist – als programmatische Ansage für die neue Ära des Düsseldorfer Schauspielhauses – ein Wort wie ein Versprechen, an die Grundfesten der Gesellschaft zu gehen. Jetzt müssen der neue Intendant Wilfried Schulz und sein Ensemble nur noch liefern.”

“Eine ferne Geschichte von archaischer Kraft und animalischer Gewalt” sei das “Gilgamesh”-Epos, “auch wenn zeitlose Themen wie Liebe und Freundschaft, Macht und Läuterung sie durchziehen”, schreibt Andreas Rossmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (19.9.2016). Der archäologische Ansatz, den das Bühnenbild von Roger Vontobels Spielzeiteröffnungsinszenierung in Düsseldorf andeute, bleibe Behauptung. “Die Inszenierung (…) unternimmt gar nicht erst den Versuch, das Epos der populären Vertrautheit zu entziehen, sondern stülpt ihm die Zirkus-Metapher über, unter der jede Beliebigkeit Platz hat.”

http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12964:gilgamesch-roger-vontobel-inszeniert-das-ur-epos-in-duesseldorf-zur-eroeffnung-der-intendanz-von-wilfried-schulz&catid=38:die-nachtkritik-k&Itemid=40

Gilgamesh | Wilfried Schulz | Christian Erdmann

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Schauspielhaus Düsseldorf Gilgamesh Wilfried Schulz Roger Vontobel D-Haus

Im Schauspielhaus Düsseldorf (D-Haus) begann die Spielzeit 2016/17 unter Wilfried Schulz mit “Gilgamesh” (Roger Vontobel) im Zelt an der Königsallee. Der neue Intendant verfügt u.a. auch über Qualitäten als Platzan- bzw. Zuweiser.

Prssespiegel:
Gilgamesh — Epos übertragen von Raoul Schrott
— Premiere am 15. September 2016
Das Epos von Gilgamesh ist fast so alt wie unsere Zivilisation. Es entstand vor fünftausend Jahren im heutigen Gebiet Syriens und des Irak. Im 19. Jahrhundert fand man es, notiert auf Tontafeln, in den Trümmern der Bibliothek von Ninive. König Gilgamesh herrscht über die Stadt Uruk, tyrannisiert deren Bürger und führt ein grausames Regime. Seine Untertanen klagen ihn bei den Göttern an, die Enkidu erschaffen, einen Gegenspieler des Königs, der ihn in seine Schranken weisen soll. Es ist der Beginn einer Freundschaft und einer abenteuerlichen Reise, die ans Ende der Welt führt. Die Geschichte von einem, der auszieht, um das Geheimnis der Unsterblichkeit zu lüften – und den Sinn des Lebens findet. — Roger Vontobel gehört zu den prägenden Regisseuren seiner Generation.

Er inszenierte u.a. in Hamburg, München, Frankfurt, Bochum und Dresden. Mit Beginn der Saison 2016/17 wird er Hausregisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus.
Besetzung:
Christian Erdmann, André Kaczmarczyk, Takao Baba, Michaela Steiger, Minna Wündrich, Florian Lange, Sergej Czepurnyi, Sefa Demirbas, Yasin Kamat, Florian Lange, Rebecca Seidel, Michaela Steiger, Minna Wündrich, Sefa Demirbas, Daniel Murena, Manuela Rzytki, Martin Tagar, Roger Vontobel,Claudia Rohner,Ellen Hofmann,Murena Murena,Takao Baba, Jean-Mario Bessière,Robert Koall,David Schnaegelberger,Simone Grieshaber,Tanja Faltis,Paul Adler, Andrea Seliger, Marion Bryx,
http://www.dhaus.de/programm/a-z/gilgamesh/

“Gilgamesh“ in DüsseldorfEin Ur-Drama als trashiges Musical
Der neue Intendant des Düsseldorfer Schauspielhaus, Winfried Schulz, eröffnete die neue Spielzeit mit einer “Gilgamesh”-Inszenierung des neuen Hausregisseurs Roger Vontobel. Das älteste erhaltene Schriftdrama der Menschheit trifft dabei auch auf den Hip-Hop. Was nicht immer überzeugt.
Von Dorothea Marcus
Mitten auf der Königsallee steht nun ein großes Zirkus-Theaterzelt. Auf Schaumstoffkissen und harten Holzbänken nimmt das illustre Düsseldorfer Publikum Platz rund um eine Arena. Dort harkt schon das Volk von Uruk in goldenen Sporthosen den Sand. Hinter ihnen ragen riesige Buchstaben halb verschüttet hervor- und künden vom Untergang der ersten Großstadt, im heutigen Irak gelegen, im sumerischen Zweistromland. 40.000 Einwohner hatte Uruk einst, Handel, Viehzucht, Reichtum waren an der Tagesordnung – die Wiege der Menschheit. Nichts weniger also als ihr Ur-Drama hat sich der neue Intendant Wilfried Schulz zum Auftakt seiner neuen Intendanz ausgesucht, ein großes Statement: Mehr Neuanfang auf altem Grund geht nicht. Das 5.000 Jahre alte “Gilgamesh-Epos” wurde 1853 auf Tontafeln gefunden, der Autor und Literaturwissenschaftler Raoul Schrott hat es lyrisch ergänzt. Doch Regisseur Roger Vontobel macht die Geschichte des tyrannischen Königs Gilgamesh zu einem recht trashigen Musical.

Schauspieler Christian Erdmann als Gilgamesh rekelt sich auf den Buchstaben, thront rauchend und selbstherrlich in Satin-Jackett über seinem Volk. Doch das leidet, während es zum bassigen Sound der Band Murena-Murena kraftstrotzende Hip-Hop-Choreografien vollführt.

Den Sinn des Lebens findet er, ganz zum Schluss, bei der Heimkehr nach Uruk: Auf einmal werden die Buchstaben ganz sichtbar und leuchten auf: Letztlich sind es Schrift, Literatur – und natürlich die Kunst, die eine Sublimierung des entleerten Lebens möglich machen. Die Zirkuswände rollen sich auf, der Blick zur Düsseldorfer Königsallee wird frei. Halbnackt und aufmunternd rufend läuft Hauptdarsteller Christian Erdmann den erstaunten Passanten entgegen. Ein schönes Schlussbild, eine programmatische Öffnung zur Stadt, die an dieser Stelle sonst nur eine besonders exklusive Shopping-Meile ist. Die altbackene, pathetisch hochgeschraubte Inszenierung rettet das leider nicht.
http://www.deutschlandfunk.de/gilgamesh-in-duesseldorf-ein-ur-drama-als-trashiges-musical.691.de.html?dram:article_id=366118

Theater im Zelt
Ur-Epos “Gilgamesh” zum Spielzeitauftakt in Düsseldorf
Weil das Schauspielhaus von einer Baustelle umzingelt ist, zieht die Bühne des neuen Düsseldorfer Intendanten Wilfried Schulz in die Stadt. Zum Auftakt wurde in einem Zirkuszelt an der eleganten Kö gespielt – mit viel Sand in der Manege Düsseldorf.
Am Ende seiner Irrwege muss König Gilgamesh einsehen, dass sein Streben nach Unsterblichkeit vergebens ist: Die Zeit wird seine Stadt Uruk im Schwemmland zwischen Euphrat und Tigris fortspülen.

Sie eröffnet auch einen neuen Blick auf die derzeitige Kriegsbarbarei im Irak und in Syrien.
(dpa)
http://www.abendblatt.de/kultur-live/buehne/article208254127/Ur-Epos-Gilgamesh-zum-Spielzeitauftakt-in-Duesseldorf.html

Gilgamesh | Schauspielhaus Düsseldorf | D-Haus Minna Wündrich

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