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Im Club Oceans wurde von W. Frings und Kai von Bargen zur Kultur Bordell Düsseldorf mit Joe Brockerhoff eine Pressekonferenz zur Lesung gehalten und u.a. zum Thema ´Klischeeschneise´ Bezug genommen.
Auch der Author Wolfgang Frings, der als ehemaliger WDR-Redakteur durch eine mehr als solide ausgeprägte Bodenhaftung ausgezeichnet scheint, beantwortete an der Seite und Mitwirkung seines Roman-Protagonisten resp. Co-Authors Kai von Bargen die charmant präzise ausformulierten Fragen der freien Journalistin Natascha Plankermann.
Das spontan an- und umgesetzte Gepräch hatte nur bedingt Small-Talk Charakter – inhaltlich wurden Aspekte berührt, die mehr den Lesungs-Orten und insbesondere den akut gewählten Räumlichkeiten (Club Oceans) und der damit verbundenen Thematik galten.
In der Form vollzog sich der Talk durchaus dynamisch und kraftvoll. Dies gründete nicht nur in der intellektuellen Frische der Fragenden – auch Kai von Bargen hinterließ einen vornehmlich potenten Eindruck, der an Zug- und Spannkraft nicht missen – und ein zeitgemäß gesundes Maß an voreilender Tatkraft erkennen ließ. Überzeugend und energiegeladen auch der Vortrag bzw. die Argumentation bzgl. des Themas ´Klischeeschneise´.
(In der Lesung selber wirkten die Herren auch routiniert – eher dehydriert. Hierzu mehr in dem nächsten Beitrag.)

Zu viel Ablenkung bei der Lesung im Club
(Von Regina Goldlücke)

Düsseldorf. Seit “Nie wieder arm” erschienen ist, waren Wolfgang Frings und Kai von Bargen schon an so manchem Schauplatz dieses Romans zu Gast. Frings ist der Autor, von Bargen die Hauptfigur des auf wahren Begebenheiten beruhenden Textes. Das Duo las daraus schon im Landtag, im Polizeipräsidium und im Brauhaus.
Nun sollte eine weitere Lesung hinzukommen, und weil ein Kapitel des Romans im Rotlichtmilieu an der Rethelstaße spielt, sollte die neuerliche Buchvorstellung in ebendiesem stattfinden. “Bertis Entspannungseinrichtung”, wie das Bordell in “Nie wieder arm” heißt, gibt es allerdings nicht mehr. Darum wählte Wolfgang Frings einen FKK- und Saunaclub im Rather Gewerbegebiet für seine Lesung aus. Berührungsängste seien ihm fremd, sagt Frings. Solange Menschen nicht ihrer Freiheit beraubt werden, wie er betont.

Das “Oceans” versucht gerade auf Anregung des Sprühkünstlers Joe Brockerhoff, der das Bordell zuletzt mit freskoähnlicher Malerei ausgeschmückt hat, die Kulturreihe “Culture Love” zu etablieren. Gerade in einem Bordell müsse Platz geschaffen werden für Nicht-Normatives aus der Kunst, meinte Initiator Brockerhoff. Da kam Wolfgang Frings Buch offenbar gerade recht. Und so mischte sich im “Oceans” wohl zum ersten Mal ein wahrlich buntes Publikum.

Die Gäste der ausverkauften Lesung, die sicher auch aus schierer Neugier gekommen sind, staunten nicht schlecht, als sie sich unversehens inmitten des Bordellbetriebs wiederfanden. Ohne jede Scheu flanierten Herren in sandfarbenen Bademänteln und Flipflops während der Lesung vorbei.

Im Mittelpunkt der Gesellschaftssatire “Nie wieder arm” steht Kai van Bargen, Ex-Chef von “Antenne Düsseldorf” und Ex-Pressesprecher des Henkel-Konzerns, verurteilt zu einer mittlerweile verbüßten Gefängnisstrafe wegen Betrugs.

Der schillernde Stoff, der Einblicke in die feine Düsseldorfer Gesellschaft gewähren will, vermochte allerdings nicht zu zünden. Die Lesenden, offenbar durch das ungewohnte Ambiente beeindruckt, brachten ihren Auftritt eher routiniert als beseelt hinter sich. Die ungeteilte Aufmerksamkeit war dem Duo ohnehin nicht beschieden.

Kai von Bargen Oceans Joe Brockerhoff Nicht-Normativ

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Im Oceans Duesseldorf trafen Joe Brockerhoff, Andreas Techler, Wolfgang Frings und Kai von Bargen zu einer Lesung der Cuture2Love Reihe aufeinander – und weitere …

Neue Kulturreihe im Bordell
(von Regina Goldlücke)
Man mag mit einem FKK- und Sauna-Club allerlei Gedankengut verbinden. Kultur gehört wohl eher nicht dazu. Das “Oceans” in Düsseldorf-Rath möchte gängigen Rotlicht-Vorstellungen entgegensteuern und beginnt morgen mit einer Veranstaltungsreihe, dem Club “Culture Love”. Untertitel: “Kultur zu Liebe”. Bei der Premiere vertraut man auf Literatur – gelesen wird aus der Gesellschaftssatire “Nie wieder arm”.
Der frühere WDR-Redakteur Wolfgang Frings baute seinen Erstling um wahre Begebenheiten auf. Im Mittelpunkt steht eine schillernde Figur: Kai van Bargen, Ex-Chef von “Antenne Düsseldorf” und Ex-Pressesprecher des Henkel-Konzerns, verurteilt zu einer mittlerweile verbüßten Gefängnisstrafe wegen Betrugs.
Der Brückenschlag zwischen Buch und Bordell ist plausibel, ein Kapitel spielt in einem inzwischen geschlossenen Etablissement in der Rethelstraße. Die Idee hatte der Airbrush- und Crossmedia-Künstler Joe Brockerhoff, als er das “Oceans” mit monumentalen freskoähnlichen Malereien ausschmückte. Der ehemalige Philosophie-Student und Beuys-Schüler entwickelte “Culture Love” – der ungewöhnliche Veranstaltungsort wird ihm Aufmerksamkeit bescheren. Er selbst findet, gerade an einem Ort wie einem Bordell müsse Platz geschaffen werden für Unkonventionelles, Experimentelles und Nicht-Normatives aus allen Sparten der Kunst.

Nach der ausgebuchten Lesung mit Wolfgang Frings gibt es im August eine Fotografie-Aktion mit Jörg Paul Janka und Christian Konrad, deklariert als “Echtzeit-Porträt-Performance mit Publikumsrückwirkung”. Im September präsentiert Lüpertz-Schüler Arnim Tölke “performatives Aktzeichnen mit Motiv-Rotationen”. An allen Abenden ist auch Künstler Joe Brockerhoff zugegen.
“Wir haben seine Anregung begeistert aufgenommen”, sagt Wolf-Edgar Schreifels, Prokurist des “Oceans”-Betreibers DPG. “Jetzt sind wir gespannt, welches Publikum wir begrüßen können.” Wie schon am Tag der offenen Tür im Herbst vergangenen Jahres rechnet er mit Besuchern, die es aus purer Neugier in das Bordell zieht. “Damals ergaben sich gute Gespräche”, sagt Schreifels. Man habe manches Vorurteil entkräften können.

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