Schauspielhaus Düsseldorf Gilgamesh Wilfried Schulz Roger Vontobel D-Haus

Im Schauspielhaus Düsseldorf (D-Haus) begann die Spielzeit 2016/17 unter Wilfried Schulz mit “Gilgamesh” (Roger Vontobel) im Zelt an der Königsallee. Der neue Intendant verfügt u.a. auch über Qualitäten als Platzan- bzw. Zuweiser.

Prssespiegel:
Gilgamesh — Epos übertragen von Raoul Schrott
— Premiere am 15. September 2016
Das Epos von Gilgamesh ist fast so alt wie unsere Zivilisation. Es entstand vor fünftausend Jahren im heutigen Gebiet Syriens und des Irak. Im 19. Jahrhundert fand man es, notiert auf Tontafeln, in den Trümmern der Bibliothek von Ninive. König Gilgamesh herrscht über die Stadt Uruk, tyrannisiert deren Bürger und führt ein grausames Regime. Seine Untertanen klagen ihn bei den Göttern an, die Enkidu erschaffen, einen Gegenspieler des Königs, der ihn in seine Schranken weisen soll. Es ist der Beginn einer Freundschaft und einer abenteuerlichen Reise, die ans Ende der Welt führt. Die Geschichte von einem, der auszieht, um das Geheimnis der Unsterblichkeit zu lüften – und den Sinn des Lebens findet. — Roger Vontobel gehört zu den prägenden Regisseuren seiner Generation.

Er inszenierte u.a. in Hamburg, München, Frankfurt, Bochum und Dresden. Mit Beginn der Saison 2016/17 wird er Hausregisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus.
Besetzung:
Christian Erdmann, André Kaczmarczyk, Takao Baba, Michaela Steiger, Minna Wündrich, Florian Lange, Sergej Czepurnyi, Sefa Demirbas, Yasin Kamat, Florian Lange, Rebecca Seidel, Michaela Steiger, Minna Wündrich, Sefa Demirbas, Daniel Murena, Manuela Rzytki, Martin Tagar, Roger Vontobel,Claudia Rohner,Ellen Hofmann,Murena Murena,Takao Baba, Jean-Mario Bessière,Robert Koall,David Schnaegelberger,Simone Grieshaber,Tanja Faltis,Paul Adler, Andrea Seliger, Marion Bryx,
http://www.dhaus.de/programm/a-z/gilgamesh/

“Gilgamesh“ in DüsseldorfEin Ur-Drama als trashiges Musical
Der neue Intendant des Düsseldorfer Schauspielhaus, Winfried Schulz, eröffnete die neue Spielzeit mit einer “Gilgamesh”-Inszenierung des neuen Hausregisseurs Roger Vontobel. Das älteste erhaltene Schriftdrama der Menschheit trifft dabei auch auf den Hip-Hop. Was nicht immer überzeugt.
Von Dorothea Marcus
Mitten auf der Königsallee steht nun ein großes Zirkus-Theaterzelt. Auf Schaumstoffkissen und harten Holzbänken nimmt das illustre Düsseldorfer Publikum Platz rund um eine Arena. Dort harkt schon das Volk von Uruk in goldenen Sporthosen den Sand. Hinter ihnen ragen riesige Buchstaben halb verschüttet hervor- und künden vom Untergang der ersten Großstadt, im heutigen Irak gelegen, im sumerischen Zweistromland. 40.000 Einwohner hatte Uruk einst, Handel, Viehzucht, Reichtum waren an der Tagesordnung – die Wiege der Menschheit. Nichts weniger also als ihr Ur-Drama hat sich der neue Intendant Wilfried Schulz zum Auftakt seiner neuen Intendanz ausgesucht, ein großes Statement: Mehr Neuanfang auf altem Grund geht nicht. Das 5.000 Jahre alte “Gilgamesh-Epos” wurde 1853 auf Tontafeln gefunden, der Autor und Literaturwissenschaftler Raoul Schrott hat es lyrisch ergänzt. Doch Regisseur Roger Vontobel macht die Geschichte des tyrannischen Königs Gilgamesh zu einem recht trashigen Musical.

Schauspieler Christian Erdmann als Gilgamesh rekelt sich auf den Buchstaben, thront rauchend und selbstherrlich in Satin-Jackett über seinem Volk. Doch das leidet, während es zum bassigen Sound der Band Murena-Murena kraftstrotzende Hip-Hop-Choreografien vollführt.

Den Sinn des Lebens findet er, ganz zum Schluss, bei der Heimkehr nach Uruk: Auf einmal werden die Buchstaben ganz sichtbar und leuchten auf: Letztlich sind es Schrift, Literatur – und natürlich die Kunst, die eine Sublimierung des entleerten Lebens möglich machen. Die Zirkuswände rollen sich auf, der Blick zur Düsseldorfer Königsallee wird frei. Halbnackt und aufmunternd rufend läuft Hauptdarsteller Christian Erdmann den erstaunten Passanten entgegen. Ein schönes Schlussbild, eine programmatische Öffnung zur Stadt, die an dieser Stelle sonst nur eine besonders exklusive Shopping-Meile ist. Die altbackene, pathetisch hochgeschraubte Inszenierung rettet das leider nicht.
http://www.deutschlandfunk.de/gilgamesh-in-duesseldorf-ein-ur-drama-als-trashiges-musical.691.de.html?dram:article_id=366118

Theater im Zelt
Ur-Epos “Gilgamesh” zum Spielzeitauftakt in Düsseldorf
Weil das Schauspielhaus von einer Baustelle umzingelt ist, zieht die Bühne des neuen Düsseldorfer Intendanten Wilfried Schulz in die Stadt. Zum Auftakt wurde in einem Zirkuszelt an der eleganten Kö gespielt – mit viel Sand in der Manege Düsseldorf.
Am Ende seiner Irrwege muss König Gilgamesh einsehen, dass sein Streben nach Unsterblichkeit vergebens ist: Die Zeit wird seine Stadt Uruk im Schwemmland zwischen Euphrat und Tigris fortspülen.

Sie eröffnet auch einen neuen Blick auf die derzeitige Kriegsbarbarei im Irak und in Syrien.
(dpa)
http://www.abendblatt.de/kultur-live/buehne/article208254127/Ur-Epos-Gilgamesh-zum-Spielzeitauftakt-in-Duesseldorf.html

Gilgamesh | Schauspielhaus Düsseldorf | D-Haus Minna Wündrich

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