Hetjens Museum Kultur Düsseldorf Moskauer Glanz der Zarenzeit Olga Polyakova Irina Kordon

Das Hetjens Museum bietet Moskauer Glanz der Zarenzeit – Keramische Schätze aus dem Museum Kolomenskoje. Der Beitrag liefert Impressionen eines Gespräches mit der Wissenschaftlerin Olga Polyakova (Übersetzerin
Irina Kordon) zum Setting der Ausstellung.

Sonderausstellung im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen der Landeshauptstadt Düsseldorf und Moskau

5. November 2016 bis 25. Februar 2017

Das Hetjens – Deutsches Keramikmuseum zeigt erstmals im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf und Moskau gerettete Keramikschätze aus fünf Jahrhunderten des Staatlichen Museums Kolomenskoje, das über die umfangreichste Sammlung russischer Dekorationskeramik verfügt und diese Glanzstücke als wertvolle historische Zeugnisse bewahrt.

Als Moskaus bekannteste keramikgeschmückte Fassade gilt die Basilius-Kathedrale am Roten Platz, die mit ihrer Farbigkeit das Wahrzeichen der Stadt ziert. Ähnlich glanzvoll war die Dekoration und Ausstattung vieler repräsentativer Gebäude in ganz Russland und besonders in Moskau vom 16. bis 19. Jahrhundert gestaltet.

Bereits im 17. Jahrhundert schlug in Moskau das Herz der Kachel- und Fliesenkunst. Sowohl das technische Wissen wie die künstlerischen Handwerksbetriebe vor Ort prägten diesen neuen sehr wirkungsvollen Architekturstil, der sich „Moskauer Barock“ nennt. Hinzu kamen die wohlhabenden Auftraggeber, darunter Zaren, Bojaren, reiche Kaufleute und Kirchenhierarchien, die diese leuchtenden Dekorationen für Kunst und Architektur anfertigen ließen. In der Innenausstattung fand die Kachel Verwendung an den typisch hohen russischen Kachelofen mit prächtigem Dekor. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt: Geometrische Muster, figürliche und ornamentale Kompositionen in gebogenen Formen sowie kunstvolle Reliefkacheln für die Ausstattung von Klöstern, Kirchen, prachtvollen Wohnhäusern und den Palast des Zaren Alexej Michailovich Romanow (1629–1676) zählten zum Repertoire der Moskauer Barockpracht. Viele dieser traditionsreichen Gebäude und Kulturschätze sind heute unwiederbringlich im Original verloren. Die ausgestellten geretteten Kacheln und Fliesen liefern eine Vorstellung des ehemaligen Glanzes. Die Technik der Majolikaherstellung wurde Ende des 19. Jahrhunderts in der berühmten Künstlerkolonie Abramzewo bei Moskau wiederbelebt. Im Bereich der Keramikkunst nimmt besonders Michail Wrubel (1856–1910), der wohl bekannteste Vertreter des russischen Symbolismus, Motive aus der russischen Märchen- und Folklorekunst auf und setzt diese in seiner künstlerischen Arbeit um. Seine monumentale Kaminverkleidung mit dem russischen Epos „Mikula und Wolga“ setzte bereits den dekorativen Charakter des Jugendstils um und gewann auf der Weltausstellung 1900 in Paris die Goldmedaille.

Das Partnermuseum Kolomenskoje in Moskau ist mit mehreren Millionen Besuchern jährlich ein sehr beliebtes Ausflugsziel im Süden Moskaus. Seine Sammlung russischer Baukeramik von heute zerstörten und verlorenen Gebäuden aus ganz Russland ist einzigartig. In den weitläufigen Gartenanlagen befinden sich auch die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Christi-Himmelfahrts-Kirche und der neu errichtete Palast des Zaren Alexei I., der ursprünglich im 17. Jahrhundert ganz aus Holz errichtet wurde. Nach dem Umzug des Hofes nach Sankt Petersburg verfiel der Palast zunehmend.
Bis zum Jahr 2010 ließ die Moskauer Regierung den Palast nach alten Plänen aus sibirischer Birke rekonstruieren, so dass er nun in seiner alten Pracht wieder zu besichtigen ist.
https://www.duesseldorf.de/hetjens/ausstellungen.html

Hetjens Museum | Alexej Romanow | Basilius-Kathedrale

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