Prof Wolfgang Doering U-Bahnhof Düsseldorf Kultur Oberbilk Philipshalle Döring Dahmen Joeressen

Prof Wolfgang Döring spricht über U-Bahnhof als Düsseldorf Kultur – Oberbilk / Philipshalle in einer Begehung und Döring Dahmen Joeressen

https://myscissorella.blogspot.de/2012/03/wolfgang-doring-u-bahnhof.html
Seit man in Düsseldorf vor Jahren begonnen hat, einen neuen U-Bahntunnel quer durch die Stadt zu bohren, ist die Glitzermetropole nicht unbedingt schöner geworden und zusammen mit der Baugrube des Kö-Bogens verleihen die U-Bahn-Bauarbeiten der Innenstadt einen recht rauhen Nachkriegs-Look.
Die einen sehen die Angelegenheit mit Humor (Link), die anderen wollen zumindest Friedrich Tamms’ Tausendfüßler erhalten (Link), einige mussten aufgrund der Dauerbaustellen schon ihre Geschäfte schließen und niemand will die neue U-Bahnline so recht haben. Daß man sich in Düsseldorf jedoch tatsächlich darauf versteht, ausgesprochen schöne U-Bahnhöfe zu bauen, das beweisen die drei unterirdischen Haltestellen Handelszentrum/Moskauer Platz, Oberbilker Markt und Oberbilk/Philipshalle, die im Jahr 2002 eröffnet wurden.
Letztere verlor kürzlich ihre Bezeichnung, da die namengebende Halle ihren Besitzer gewechselt hat und nun Mitsubishi Electric Halle heißt. Die oberirdischen Schilder wurden bereits abgebaut und ich bange dem Tag entgegen, an dem die Schilder im unterirdischen Bereich gewaltsam aus ihren Fugen gerissen werden.
Denn steht man dort am Bahnsteig, vertieft man sich automatisch in die Gestaltung des Raums, in die bis ins Detail aufeinander abgestimmten Proportionen der einzelnen Elemente, und auch die Typografie der Schilder ist perfekt in das harmonische System der Längs- und Querstreifen eingepasst. Steigt man an der “ehemaligen Philippshalle” aus, wie man das Gebäude mittlerweile nennt, da niemand die holprige Verbindung aus Japanisch, Englisch und Deutsch der “Mitsubishi Electric Halle” über die Lippen bringen will, so ist man von der riesigen Höhe des unterirdischen Raums überrascht, vom hellen glänzenden Weiß der mit Neoparies verkleideten Wände, einem mit Glas beschichteten Kunststein, und von der Eleganz, mit der der graue Granit des Bodens, der Edelstahl von Rolltreppen, Türen und Bänken, das Schwarz der Decke und des Kiesbetts eine Einheit bilden, akzentuert von einigen schlanken, leuchtend roten Informationssäulen und den bereits erwähnten Schildern.
Zugegebenrmaßen habe ich erst jetzt, anläßlich des Namensverlusts der Haltestelle, nachgeschaut, von wem das Gebäude und dessen beiden Pendants stammen.
Ich staunte nicht schlecht, als ich las, daß sie vom düsseldorfer Architekten Wolfgang Döring entworfen wurden, von dem eines der bekanntesten Fertighäuser der deutschen Architekturgeschichte stammt, und zwar das Haus Meyer-Kuckuk aus dem Jahr 1967, das sich in Bad Honnef befindet (Link).
Der außergewöhnliche Look der drei U-Bahnhöfe im düsseldorfer Süden ist hinsichtlich dieses Bezugspunkts also nachvollziehbar und ich werde mich in Zukunft beim Warten auf die nächste Bahn vermutlich noch viel weltstädtischer fühlen als bisher.

http://www.wz.de/lokales/duesseldorf/doering-dahmen-joeressen-klares-bekenntnis-gegen-die-retrowelle-in-duesseldorf-1.911257
Döring Dahmen Joeressen: Klares Bekenntnis gegen die Retrowelle in Düsseldorf Von Paul Andreas Bei den Architekten Döring Dahmen Joeressen treffen sich zwei Generationen. Das klare Votum für die moderne Architektur verbindet sie.
Der Flagshipstore von McLaren stammt von den DDJ-Architekten. Höher hinaus ging es mit dem Portobello-Hochhaus am Stadttor. Der Pförtner am Eingang des Fabrikgeländes weist auf Gebäude 37. Keine umgebaute Industriehalle, wie man es auf dem Gelände der Heerdter Böhlerwerke erwarten würde, sondern ein eher nüchterner gründerzeitlicher Verwaltungsbau.
In hohen unprätentiösen Altbauräumen residiert dort mit fünfzehn Mitarbeitern das Architekturbüro Döring Dahmen Joeressen, kurz DDJ. „Eine freundschaftliche Arbeitsatmosphäre“, meint Wolfgang Döring beim Spaziergang durch die Bürogemeinschaft. „Kollegen, die uns verlassen, kommen auch schon mal wieder“, pflichtet ihm Elmar Joeressen bei. Entgegen der alphabetischen Ordnung steht Döring an erster Stelle im Namens-Trio. Kein Zufall: Der heute 77-Jährige ist eines der Urgesteine der westdeutschen Architekturszene.
Als Schüler von Egon Eiermann und Konrad Wachsmann galt er in den fortschrittsbegeisterten 1960er Jahren als einer der wichtigsten Protagonisten der Beton-Vorfertigung und des Systembaus. Für seine klare Haltung ist Döring bekannt – manchmal hat das seinen Preis: Von einer umfangreichen, von langer Hand vorbereiteten Wohnbebauung musste sich das Büro im letzten Jahr verabschieden.
Ein Berater hatte dem Bauherren vorgerechnet, dass klassizistisches Retro bis zu 2000 Euro höhere Quadratmetererträge bringe. „Da waren wir den Auftrag los“, so Michael Dahmen.

Wolfgang Döring DDJ-Architekten U-Bahnhof

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